Kulfi!

Kulfi!
Ein Eis geht immer! Egal ob in Deutschland oder Indien. Egal zu welcher Jahreszeit. (wie ich so lese, habt ihr ja eh grad angenehme 20°C in Deutschland 😛 ).
Egal. Ein Eis geht immer.
Kulfi in ihren Kegelformen
Kulfi ist letztlich ein Milcheis, ordentlich gesüßt und gespickt mit Pistazien und Mandeln. Die flüssige Masse wird in metallene Kegelformen abgefüllt. Diese wiederum stecken in Eis(wasser), welchem noch ordentlich Salz zugefügt wurde (naaaa, wer hat in Physik aufgepasst?) und können so auch bei indischen Temperaturen über Stunden gekühlt werden. Eine elektrische Kühltruhe für unterwegs ist nicht nötig und relativ umweltbewusst ist es noch dazu. Keine Papier-oder Plastikfolie – einzig der Stil aus Holz bleibt übrig. Wenn das man nix ist.

In Jalandhar hab ich einen Lieblingskulfiwala. Warum weiß ich auch nicht wirklich. Das Eis schmeckt nicht besser oder anders als das an den anderen Ständen. Aber irgendwie gibt’s immer bei ihm ein Eis, wenn ich ihn erspähe.
Macht ja auch nen netten Eindruck, der gute Mann 😉
Kulfiwala in Jalandhar

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Shopping…aur kya?!

(28.10.15)
Im 5. Jahr in Indien hat sich mittlerweile schon eine gewisse Routine eingespielt:
Nachts ankommen, nach dem ersten Begrüßungs-Chai erstmal ausruhen und den Tag ruhig angehen lassen.

Tag 2 steht dann meistens im Zeichen des Shoppings. Es ist ja nicht so, dass ich nicht genügend Salwar-Kameez anzuziehen hätte und auch immer welche im Gepäck hab. Aber die sind nach einem Jahr (und dieses Mal sind es ja sogar 2 Jahre…huiuiui!) aus der Mode oder nicht mehr chic genug. Oh, ich könnte ja stundenlang darüber Diskussionen führen (und wer mich persönlich kennt, weiß, dass ich viel diskutieren kann :P), dass das völlig unnötig ist und ich mich auch in dem einfachsten Suit wohlfühle.
Dazu sei gesagt: es gibt Suits aus Baumwolle – mal mit wenig, mal mit mehr Applikationen, Stickereien und Steinchen. Ich mag’s da eher simpel. Aber wenn es Baumwolle ist, darf’s auch mal ein paar Steinchen mehr haben.
Nun gibt es aber auch die silky Suits. Theoretisch aus Seide, aber natürlich ist das Kunstseide. Auch wenn einem der x-te Verkäufer gern was anderes erzählen möchte. Diese Stoffe sind glänzend, haben enorm viel Stickereien und Muster. Davon hab ich durchaus auch ein paar im Schrank – aber mal ehrlich: wann und wo sollte man diese in Deutschland tragen?! Von daher meines Erachtens unnötig immer wieder neue Suits dieser Art zu kaufen. Das scheint sich nun auch hier rumgesprochen zu haben (äh…Diskussionen und so, ne ;)). Und ganz nebenbei
sind die Cotton Suits auch einfach nur bequem!

Jedenfalls geht es an Tag 2, spätenstens an Tag 3 dann eigentlich immer nach Jalandhar. Mich könnte man dort auch einfach am Rainak Bazar beim Aloo-Tikiwala stehen lassen, während Mann und Schwägerin nach Stoffen schauen. Aber gut, ich schau auch selbst mit. Und geh dann anschließend zum Tikkiwala :).

In den Straßen um den Tikki-Stand herum, haben sich zu dieser Zeit diverse Mehndi-Künstler breit gemacht. Schließlich muss für den übernächsten Tag (30.10.) noch ordentlich Henna auf die (verheiratete) Frau gebracht werden, schließlich steht Karva Chauth an. Da es in Nurmahal sicher das 3- oder 4fache kosten wird und die Warteschlangen dort immer ewig lang sind, entscheiden wir uns für einen der vielen Mehndimaler. Dies bedeutet zwar auch anschließend wie ein halber Zombie durch die Straßen zu laufen – immer schön darauf bedacht gegen niemanden zu stoßen und damit das Henna oder Kleidung zu versauen.
Hat sogar erstaunlich gut geklappt 😀

Zur Vorbereitung auf Karva Chauth werden die Hände und Arme mit Henna bemalt

Zur Vorbereitung auf Karva Chauth werden die Hände und Arme mit Henna bemalt


Übrigens: ich hab mir doch tatsächlich nur einen Suit gekauft…zumindest an diesem Tag 😛

Surreal

Es ist schon erstaunlich, wie klein unsere Welt doch geworden ist. Technologie und Globalisierung sei Dank.
Da arbeitet man den einen Tag fleißig vor sich hin und am nächsten Tag ist man schon am anderen Ende der Welt.
Noch viel unwirklicher ist aber das Gefühl, Personen, die man sonst nur in Deutschland (noch dazu in der eigenen Heimatstadt) sieht, plötzlich am Flughafen von Amritsar erwartet ;).
Wer hätte gedacht, dass ich einen Teil meiner Verwandtschaft mal in Indien begrüßen würde – dazu auch noch zur eigenen Hochzeit?
Frau Mutter und Frau Tante sind – trotz etwas umständlicher Verbindung (Berlin – Zürich – Delhi – auschecken, Gepäck holen, wieder einchecken – Amritsar) heil hier angekommen.
Frau Tante ist auch ganz mutig und sitzt – trotz Kenntnis des Films „Best Exotic Marigold Hotel“ in erster Reihe neben dem Fahrer. Wer den Film und eine gewisse Busszene kennt, wird wissen, wieviel Spaß das macht :D.
Noch kurzer Verschnaufpause stürzten wir uns auch sogleich auf den Bazar. Schließlich mussten beide noch dem Anlass entsprechend eingekleidet werden. Es stellte sich aber heraus, dass Sonntag mal so überhaupt kein guter Tag ist, um in Jalandhar in Ruhe einzukaufen. Denn sonntags gibt es zusätzlich zum üblichen Getummel noch eine Art Billigbazar. Zig Stände und fliegende Händler, die sich vor den eigentlichen Geschäften breit machen und ihre Ware entsprechend günstig verramschen. Aber gut, wir haben uns durchgeschlagen und sind mit vollen Tüten wieder nach Hause bzw zum Schneider ;).

… Let the party(s) begin! …

Postkarten? Postkarten!

Morgen um diese Zeit bin ich endlich auf dem Weg zum Flughafen. Ich bin also quasi schon so gut wie da.

Als Freundin guter alter Postkarten verschicke ich auch in diesem Jahr welche. Wenn ich sie denn finde.
Abseits von Touristenhochburgen ist es auch in Großstädten im Punjab nicht so leicht, welche zu finden. Weder in Jalandhar noch in Ludhiana hab ich bisher welche auftreiben können. Eigentlich habe ich immer nur welche in Amritsar bekommen.
Aber:
Dank dem Rajasthan-Rundreischen werde ich dieses Mal sicher wieder fündig werden :D.

Wer mehr oder minder hübsch bedruckten, teils kitschigen Pappkarton erhalten mag, möge mir doch bitte die Adresse mailen :).

PunjabiTravels@gmx.de

Ein kleiner Hinweis auf Username oder woher wir uns kennen, wäre wunderbar, ich verschicke aber auch „anonym“ ;).

PS: Das ist für euch natürlich mit keinerlei Kosten verbunden – die paar Rupien Porto krieg ich sicher zusammengekratz  und – wie schon erwähnt – ich verschick’s gern :D.

Akhand Path

Jetzt habe ich gerade fünf Minuten eine halbe Ewigkeit überlegt, welch netten Titel ich diesem Beitrag geben könnte. Akhand Path – das sagt doch dem Großteil der Leserschaft hier nichts…
Akhand Path…kann man das essen? Nein, ein weiterer Beitrag über die diversen Leckereien Indiens wird dies nicht ;).

Akhand Path ist ein Begriff aus dem Sikhismus. Es beschreibt das Rezitieren der Guru Granth Sahib (GGS), dem heiligen Buch der Sikh, von Anfang bis Ende. Ohne Pause. Und es sind nicht gerade wenig Seiten. 1430 um genau zu sein. Und wer jetzt denkt, dass es so viele Seiten sind, weil es im kleinen Taschenbuchformatist, dem sei versichert: das Buch ist groß. 😉
Das Ganze dauert gut 48 Stunden.
Abgehalten wird diese Lesung aus unterschiedlichsten Gründen. Sei es zu freudigen Anlässen, wie einer Geburt oder traurigen wie dem Tod. Oder einfach, um sich Gott näher verbunden zu fühlen.

Am 21. Januar fuhren wir zur Gurdwara Talhan Sahib in Jalandhar. Meine Schwägerin, dreifache Mama, hatte seinerzeit versprochen, ein Akhand Path abhalten zu lassen, sollte ihr ein Sohn geboren werden. Dies ist 2008 auch geglückt ;). Zum Akhand Path kam es dennoch bisher nie. Ob nun tiefe Gläubigkeit, Aberglaube oder sonstwas – nachdem es ihr im letzten Jahr gesundheitlich nicht so super ging, war es für sie nun Zeit, ihr Versprechen einzulösen. 

Gesagt. Getan.

So kamen wir dann auch tatsächlich schon fast überpünktlich an. Das Besondere am Akhand Path in der Gurdwara Talhan Sahib ist, dass es von 50 Babajis gelesen wird. Der Einzug dieser und der GGS in den Gebetsraum stand kurz bevor. Herr Mehra und mein Schwager drückten uns auf einmal Gürtel und Brieftasche in die Hand und stellten sich in die Schlange der Helferlein. Ich hab’s nicht sofort geschnallt – aber klar, es sind tierische Produkte und sie waren kurz davor, das heilige Buch selbst in die Hand zu nehmen ;).

Unter andächtigem Gesang (Satnam Waheguru) ging es dann los. Gänsehaut, sag ich euch. Nachdem alle Plätze vorbereitet und die GGS platziert war, wurden erst noch alle Namen vorgelesen, denen das Akhand Path jeweils gewidmet war. Ziemlich weit hinten hieß es dann auch Daskh Mehra :D.

Ein paar Gebete später ging das Rezitieren dann auch schon los.
Wer nun glaubt, wir haben dort 48 Stunden ausgeharrt, der irrt. „Anwesenheitspflicht“ gibt’s zu Beginn und am Ende. Auch wenn ich es durchaus spannend gefunden hätte, aber die Zeit war einfach nicht dafür da.

Zwei Tage später kehrten wir morgens also wieder in die Gurdwara zurück. Es wurden gerade die letzten Seiten verlesen. Anschließend wurden die Bücher mit neuen Decken verhüllt (jede Familie hatte ihren eigenen Babaji, der für sie „zuständig“ war und hatte als Geschenk entsprechend diese Decke zuvor überreicht) und wieder aus dem Gebetsraum getragen. Wieder unter Gesang. Und wieder Gänsehaut. Dieser Grundton des Satnam Waheguru hat’s mir doch irgendwie angetan ;).

Anschließend gab es noch ein Abschlussgebet. Parshad wurde verteilt. Die Teilnehmer erhielten zusätzlich noch eine Art personalisierte Bescheinigung über das Akhand Path. Und dann war es auch schon wieder vorbei.

Wir blieben anschließend noch für das Langar. Ich nutzte die Chance und sah mich auch mal wieder in der kleinen Küche um ;).

Akhand Path – Part 1

Akhand Path – Part 2

Langar

 
Eine kleine Anmerkung noch zur Gurdwara. Ich hab ja immer gedacht, nur in Deutschland haben die Gurdwaras eine Art „Lagerhallen“-Feeling, was dem Umstand geschuldet ist, dass sie oft in Industriegebieten zu finden sind und ehemalige Firmengebäude sind ;). Aber Talhan Sahib hat – zumindest innen – einen ähnlichen Charme versprüht :oops:. Von außen natürlich kein Vergleich!!

Snack away

Nach dem Ausblick in die Zukunft in den letzten Posts, nun ein klitzekleiner Rückblick.
Ein kulinarischer sogar!
Keine Angst, es folgt keine Einführung in die indischen Restaurantlandschaft, ganz im Gegenteil.
Momentan schwelge ich immer wieder in Erinnerungen an den ein oder anderen Snack beim letzten Besuch. Das Schwelgen ist sicher auch den Planungen und Überlegungen geschuldet, was ich der erstmalig nach Indien reisenden Verwandtschaft andrehen kann. Ich meine ja: alles. Man muss nur ordentlich präpariert sein. Die ein oder andere Impfung und das ein oder andere Mittelchen zum Schutz können sicher nicht schaden. Ich weiß es schließlich noch am besten.
Aber sie werden nicht drum rum kommen *muharhar* (Ihr Lieben, wenn ihr mitlest – dies ist keine Drohung….*muharhar*)

Wie bereits erwähnt liebe ich Aloo Tikki, Papri Chaat und Gol Gappa. Die Snack-Dealer meines Vertrauens habe ich dafür in Jalandhar bzw. in Nurmahal.

Aber in Ludhiana gibt’s was, da könnt ich mich (zumindest manchmal) reinlegen. Und das hätte ich selbst nie gedacht.
Eine kurze Anmerkung zum besseren Verständnis: es gab eine Zeit, da konnte ich Kichererbsen nichts abgewinnen. Komischer (Nach)Geschmack und überhaupt – Linsen sind viel besser. Mein Mann hingegen liebt sie. Naja, soll er. Gibt’s wenigstens keinen Futterneid :lol:. Leider mögen auch viele andere Inder Chole – und bieten es auch gerne an. Sei es im Privaten oder bei einer Speisung (Langar). Chole kommt meist auf den Thali.

Aber: in Ludhiana gibt es eine mittelgroße Dhabba, die Chole auf der Karte hat. Bis dahin nichts Ungewöhnliches. Chole haben schließlich – wie wir ja nun schon wissen – alle auf der Karte. Es ist aber nicht irgendein Chole. Nein. Das Beste! Serviert wird Chole Bathure – Kichererbsen mit frittiertem Brot. Ich sag euch, das ist so lecker – da kommt einem nichts aus den Ohren raus. Nur das Wasser in den Mund.
Wer es mal probieren will, muss zu Parkash Sweets am Chaura Bazar (Chowk Girja Ghar). Für 40Rs pro Teller gibt’s dann das:

Das beste Chole Bathure gibt's bei Parkash Sweets
Mahlzeit!

Von Gol Gappa bis Aloo Tikki

Was macht man als erstes, wenn man in Indien ankommt? Richtig, man geht zum erstbesten Straßenstand und kultiviert den Magen-Darm-Trakt mit den hiesigen Erregern. So kann in den Wochen drauf kommen was will, es macht nichts aus.(*)
So ging es also am Dienstag (08.01.13) direkt zum Basar zu unserem Stamm-Gol-Gappa-Verkäufer in Nurmahal (Cheema Bazar für die Ortskundigen ;)). Eigentlich eher spontan, denn zu dieser kalten Jahreszeit (ha, ich sitze gerade in der Sonne und mir ist doch tatsächlich warm :D) ist Gol Gappa nicht gerade der angesagteste Snack für Zwischendurch. Daher dachten wir auch, dass der Stand gar nicht da wäre. Doch als wir am späten Nachmittag unsere Runde drehten, sprach uns gleich ein Bekannter an. Die kulinarische Vorliebe hat wohl einen bleibenden Eindruck hinterlassen :lol:.
Auf meiner Liste „Was ich unbedingt mal wieder essen möchte“ standen außerdem Aloo Tikki und Papri Chat.
Aloo Tikki sind eine Art Frikadellen aus Kartoffelbrei, frittiert in bestem Öl :roll:. Dazu ein paar frische Zwiebeln, grünes Chutney und ein wenig Raita (Joghurt). Hach herrlich! Und so schön heiß. Papri Chat ist ebenfalls (wie sollte es eigentlich auch anders sein?!) knusprig frittierter Teig, dazu ein wenig Palle (…weicher Teigklumpen), ein Gol Gappa, ein wenig Chutney, Raita und die obligatorischen Zwiebeln. Ebenfalls lecker, aber da kalt eher was für die warmen Tage.
Wer mal in Jalandhar unterwegs sein sollte, sei der Tikkiwala beim Rainak Bazar empfohlen, da gibt’s alles zu fairen Preisen (20Rs pro Portion) und vor allem frisch.

Tikkiwala beim Rainak Bazar

Tikkiwala beim Rainak Bazar


(*)Obige Anleitung gilt natürlich nur für Leichtsinnige, Wagemutige und Indienkenner. Ich würde mich – zumindest was die Straßenstände angeht – zur letzten Kategorie zählen. So langsam hat man ja seine Lieblingsstände, bei denen *klopf auf Holz* alles vernünftig abläuft. Ich möchte sogar behaupten, dass manches hier frischer ist als bei der ein oder anderen Fritten- oder Dönerbude in Deutschland. Gammelfleisch wird einem hier wohl kaum unterkommen :lol:.

Gol Gappa!

Zur Feier des gestrigen Tages (Karwa Chauth, siehe Artikel vom letzten Jahr hier *klick*) gab es am Abend Gol Gappa. Ich liebe diese kleinen frittierten Bällchen, die mit Zwiebeln, Kartoffeln und Chole (Kichererbsen) gefüllt in eine Masala-Tunke getaucht werden. Das „erste Mal“ war noch gewöhnungsbedürftig. Auf Grund der Fülle an Gewürzen ist der hiesige Gaumen dieses Geschmackserlebnis noch nicht gewöhnt. Aber das geht ganz fix. Beißt man einmal ordentlich zu, platzen die Gol Gappa im Mund…wahrlich eine Geschmacksexplosion.
In Indien haben wir uns abends gern nochmal auf einen Spaziergang gemacht. Dieser führte eigentlich immer recht zielstebig zum Lamba Bazaar in Nurmahal zu einem Gol Gappa Stand. In einem riesigen Behälter lagen jede Menge für uns bereit. Meist haben wir es bei 4-6 Stück belassen. Schließlich sollte das Abendessen daheim auch noch rein passen ;).
Alle meine Bedenken (Hygiene?!) habe ich direkt über Bord geworfen und bin auch nicht enttäuscht worden. Dazu sei gesagt, dass die frittierten, hohlen Bällchen mit dem Daumen eingedrückt werden, dann per Hand mit der Masse aus Kartoffeln, Zwiebeln und Chole gefüllt werden und anschließend in die Soße getaucht werden
– vom Verkäufer :oops:!
Wer es zu Hause auch mal ausprobieren möchte, diese Dame hat ein sehr schönes Video online gestellt:

Kurz übersetzt:

  • eine Tasse Feingries
  • eine Tasse Weizenmehl
  • eine Tasse Wasser (evtl. mehr)
  • Teig gut durchkneten, mit ein wenig Öl bestreichen
  • Ausrollen, ausstechen, Rand ausrollen, frittieren (bei mittlerer Hitze)…

Die Soße muss man nicht selbst machen, es gibt auch eine Fertigmischung beim indischen Lebensmittelhändler namens Pani Puri (ach, auch die Gol Gappa gibt’s in ner Fertigpackung…spart natürlich extrem viel Aufwand).
Ansonsten kommt hinein:

  • Koriander
  • Minze
  • Chilli
  • Ingwer
  • Pfeffer
  • Salz
  • (Tamarinde)
  • Zitrone
  • Wasser und ein wenig Kreuzkümmelpulver.

Als Kontrast noch ein süßes Chutney dazu…mhhhh lecker!

Und wenn es schmeckt, kann man auch gerne mal einen Wettbewerb starten – das sieht dann so aus: 😀

PS: vom Verkäufer unseres Vertrauens habe ich leider kein Foto (nächstes Mal *auf Liste schreib*), aber in Jalandhar stand mir dieser Herr kurz Model 😉

Gol Gappa Verkäufer beim Befüllen. Vor ihm die Kartoffelmischung, daneben Masala-Soße.

Ganne da rass – Prost!

Nach den letzten beiden Beiträgen zum Thema Zuckerrohr…nun noch einer 😉
Denn das, was auch für die Herstellung von Ghur aus dem Rohr gepresst wird, der Zuckerrohrsaft, schmeckt mir im Vergleich zu dem Zuckerklumpen umso mehr.
Saftverkäufer findet man im wahrsten Sinne des Wortes an jeder Ecke.
Wir waren gerade nach einem Shopping-Trip in Jalandhar auf dem Weg nach Hause. Die Sonne knallte mal wieder unerbärmlich auf die Helme. An einer Kreuzung stand ein Herr, ausgerüstet mit Generator-betriebener Presse, Zuckerrohr, Minze, nem Eisblock und ein paar Gläsern. Eine willkommene Erfrischung wartete dort also auf uns!
Nach meinem Erlebnis 2010 bin ich ja eher vorsichtig, was Flüssigkeiten vom Straßenrand angeht…aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
Wir baten vorher noch freundlich um eine Reinigung der Gläser. Sorgfältig Provisorisch wurde dieser Wunsch erfüllt.
Aber kurz zur Herstellung:
Das Zuckerrohr wird ein erstes Mal durch die Walze geschoben. Ein paar wenige Tropfen werden gewonnen. Beim zweiten Durchgang werden noch ein paar frische Minzblätter mitgepresst. Für den besseren Geschmack. Durchaus empfehlenswert.Und es kommt doch deutlich mehr Saft nach zwei-drei Durchgängen raus. Auf der anderen Seite der Walze wird der Saft in einer kleinen sauberen Schüssel aufgefangen, in der sich ein Eisblock befindet. Ich habe es vorgezogen, mir keine Gedanken darüber zu machen, aus welchem Wasser das Eis gemacht wurde. Letztlich ist ja auch alles gut gegangen *klopft auf Holz*
Anschließend wird der kalte Saft durch ein ebenso sauberes Sieb in die Gläser gegeben. Manch einer mag noch ein bisschen Salz in seinem Saft (Danke, ich verzichte! 😳 ) und schon ist diese leckere Erfrischung fertig. 20 Rupien. Prost!


Echte Handarbeit

Blechernes Trommeln hallt durch die kleine Gasse in Jalandhar. Leises metallisches Klopfen drängt sich zwischen die Pausen. Männerstimmen mischen sich unter die Geräuschkulisse. Mit dem Rhythmus der Schläge vermischen sie sich zu Melodien. Auf Punjabi wird geredet und gesungen – und gearbeitet.
Ich laufe durch eine kleine Straße unweit des großen Stoffbazars in Jalandhar. Die Dämmerung hat schon begonnen, die Dunkelheit erobert die Straßen. Wir sind auf dem Weg zu einem bekannten Stoffladen. Diese Gasse ist eine Abkürzung. Auch wenn mir das in meiner Orientierungslosigkeit auch nicht weiter hilft. Ich höre, wie ein Hammer auf Metall trifft, ein Meißel sich seinen Weg bohrt. Ich wage einen Blick hinein in die Werkstatt, in der so fleißig gearbeitet wird: Weiterlesen