Karwa Chauth 2011

War gestern. Eigentlich wollte ich schon längst etwas im Laufe des gestrigen Tages dazu schreiben. Beim durchlesen des letztjährigen Beitrags fiel mir allerdings auf, dass sich mein Tag vom letzten Jahr nicht groß unterschied. Um 5Uhr früh stand ich in der Küche, das zuvor am Abend aufgetragene Henna noch auf der Haut und war am Schnippeln und Kochen. Auch dieses Jahr habe ich mir voller Freude morgens um 5:30Uhr ein „leichtes“ Frühstück genehmigt. Mit Aloo Matar Gharaja (Kartoffel-Erbsen- Karotten-Gericht), Kheer (Milchreis) und nem Laddoo. Dazu Lassi und Wasser. Man muss dem sich anbahnenden Defizit schließlich vorbeugen. Im Vergleich zu manch anderen könnte man meinen, geht Karwa Chauth bei uns in der Familie recht locker zu: gegessen werden darf theoretisch bis zum Sonnenaufgang. Praktisch lässt man zur Sicherheit lässt man natürlich ordentlich Zeitabstand (2 Stunden). Soll ja schließlich nichts schief gehen. Bei einer Freundin muss das Essen bis 4Uhr früh abgeschlossen sein. Da verwundert es auch nicht, wenn nachts um 3:30Uhr schon eine nette Weck-SMS kommt 😉
Ein weiterer Unterschied: bei uns gibt es am späten Nachmittag/frühen Abend ein Glas warme, süße Milch. Das stärkt zwar das Hungergefühl. Aber die trockenen Lippen freut’s. Ich konnte das beim ersten Mal vor einigen Jahren nicht ganz nachvollziehen, schließlich unterbricht man die Fast doch dadurch. Aber Brauch ist Brauch und wie bei allen hinduistischen Bräuchen geht’s in jeder Familie anders zu – und bei uns eben so.
Die Suche nach dem Mond gestaltete sich diesmal etwas schwierig. Hohe Bäume und Dächer versperrten mir den Weg. Aber irgendwann stand Chandra Maa (Mondgöttin) hoch genug und das Ritual (Thali 3x schwingen, Prasad 7x verteilen, Wasser spenden) losgehen und die Fast gebrochen werden.
Und wozu das Ganze? Gefastet wird prinzipiell für das Wohl des Ehemannes, seine Gesundheit und sein Glück. Das mag von aussen betrachtet verwunderlich sein. Warum fastet nur die Frau für den Mann, nicht aber der Mann für die Frau (auch nicht an anderen Tagen)? Wieso sollte das Fasten und Beten zum Mond das Leben verlängern?
Wie bei vielen Bräuchen braucht man nicht auf alles eine Antwort haben. Auch nicht auf diese Fragen. In Indien habe ich es als einen sehr schönen Tag, an dem man vor allem mit der Schwiegermutter und anderen Damen der Familie und Nachbarschaft zusammen kommt (vornehmlich im Mandir), erlebt. Ein Tag, an dem der Mann seiner Frau Dankbarkeit zeigt, dass sie es überhaupt auf sich nimmt und es nicht als selbstverständlich versteht. Ein Tag, an dem die Frau im Mittelpunkt steht. Ein Tag, der die eigene Willensstärke bekräftigt. 🙂

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Karwa Chauth

Am 26.10.2010 (mein am Anfang geposteter Kalender war wohl  nicht ganz mond-akkurat) war Fasten angesagt. Am Abend zuvor gab’s viel Henna auf die Haende (und Arme…ohje, wie lange das wohl noch haelt…)
Karwa Chaut ist das Fasten der Frau fuer ihren Mann.  Auch unverheiratete Damen fasten fuer das Glueck ihres Zukuenftigen.
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