Kulfi!

Kulfi!
Ein Eis geht immer! Egal ob in Deutschland oder Indien. Egal zu welcher Jahreszeit. (wie ich so lese, habt ihr ja eh grad angenehme 20°C in Deutschland 😛 ).
Egal. Ein Eis geht immer.
Kulfi in ihren Kegelformen
Kulfi ist letztlich ein Milcheis, ordentlich gesüßt und gespickt mit Pistazien und Mandeln. Die flüssige Masse wird in metallene Kegelformen abgefüllt. Diese wiederum stecken in Eis(wasser), welchem noch ordentlich Salz zugefügt wurde (naaaa, wer hat in Physik aufgepasst?) und können so auch bei indischen Temperaturen über Stunden gekühlt werden. Eine elektrische Kühltruhe für unterwegs ist nicht nötig und relativ umweltbewusst ist es noch dazu. Keine Papier-oder Plastikfolie – einzig der Stil aus Holz bleibt übrig. Wenn das man nix ist.

In Jalandhar hab ich einen Lieblingskulfiwala. Warum weiß ich auch nicht wirklich. Das Eis schmeckt nicht besser oder anders als das an den anderen Ständen. Aber irgendwie gibt’s immer bei ihm ein Eis, wenn ich ihn erspähe.
Macht ja auch nen netten Eindruck, der gute Mann 😉
Kulfiwala in Jalandhar

Schlag den Rahm!

Jetzt, wo auch die Temperaturen schon ein gewisses Indien-Feeling auslösen, wäre ein typisch indisches Getränk als Erfrischung doch gar nicht so verkehrt.

Ein Lassi zum Beispiel.

Wer kennt es nicht, das Joghurtgetränk, welches auch in hiesigen Restaurants angeboten wird. Da gibt es neben Mango auch schon mal Banane- oder Erdbeer-Lassi 🙄 und natürlich den klassischen salzigen Lassi. Lecker, lecker. Ihn daheim selbst zu machen, stellt auch kein großes Problem dar: Joghurt, Wasser, Salz und Gewürze (oder eben Mango-Püree und Zucker).

In Indien kommt bei uns oft schon zum Frühstück Lassi auf den Tisch (frisch angerührt im Mandir nebenan). Mit lecker (gefüllten) Paratha geht man gleich doppelt gestärkt in den Tag – sofern man denn will. Nach einer Woche Aloo Paratha (mit Kartoffeln gefüllt), Ghobi Paratha (Blumenkohl) oder auch mal „pur“ bin ich froh um ein bisschen Abwechslung. Sei es ein Omlett oder auch einfach nur ein Sandwich :).

Aber Lassi geht natürlich immer :D. Ob daheim oder unterwegs. Nun braucht man in Monaten wie Januar, als wir zuletzt vor Ort waren, nicht unbedingt eine Erfrischung. Aber das ist weder Grund noch Hindernis, den Joghurtdrink auszulassen. Dank oben genannter sicherer Quelle ist auch der Krankenhaus-erprobte Europäer nicht abgeneigt.

Was soll ich aber tun, wenn ich an so einem Stand vorbei komme?
Lassi Malai Marke

Wir waren mit dem Motorrad (naja, Scooter ;)) in Ludhiana unterwegs. Dreimal dort abgebogen, zweimal hier um die Ecke – und dann ist man auch schon da (wenn ich mein Notizbüchlein finden würde oder meinen Mann zur Hand hätte (ist beim sonntäglichen Cricket), wären genauere Angaben möglich ;).

Macht doch einen echt vertrauenswürdigen Eindruck. Sauber, hygienisch einwandfrei und für die Kühlung der Milchprodukte ist auch gesorgt :lol:.

Also rein in’s Vergnügen! Denn hier gibt es nicht irgendeinen Lassi, sondern „Lassi Malai Marke“ (Lassi mit geschlagenem Rahm). Leicht süßlich im Abgang, mit einer dicken Schicht Rahm oben drauf.

Wer braucht schon nen Mangolassi, wenn er das trinken kann?!

Snack away

Nach dem Ausblick in die Zukunft in den letzten Posts, nun ein klitzekleiner Rückblick.
Ein kulinarischer sogar!
Keine Angst, es folgt keine Einführung in die indischen Restaurantlandschaft, ganz im Gegenteil.
Momentan schwelge ich immer wieder in Erinnerungen an den ein oder anderen Snack beim letzten Besuch. Das Schwelgen ist sicher auch den Planungen und Überlegungen geschuldet, was ich der erstmalig nach Indien reisenden Verwandtschaft andrehen kann. Ich meine ja: alles. Man muss nur ordentlich präpariert sein. Die ein oder andere Impfung und das ein oder andere Mittelchen zum Schutz können sicher nicht schaden. Ich weiß es schließlich noch am besten.
Aber sie werden nicht drum rum kommen *muharhar* (Ihr Lieben, wenn ihr mitlest – dies ist keine Drohung….*muharhar*)

Wie bereits erwähnt liebe ich Aloo Tikki, Papri Chaat und Gol Gappa. Die Snack-Dealer meines Vertrauens habe ich dafür in Jalandhar bzw. in Nurmahal.

Aber in Ludhiana gibt’s was, da könnt ich mich (zumindest manchmal) reinlegen. Und das hätte ich selbst nie gedacht.
Eine kurze Anmerkung zum besseren Verständnis: es gab eine Zeit, da konnte ich Kichererbsen nichts abgewinnen. Komischer (Nach)Geschmack und überhaupt – Linsen sind viel besser. Mein Mann hingegen liebt sie. Naja, soll er. Gibt’s wenigstens keinen Futterneid :lol:. Leider mögen auch viele andere Inder Chole – und bieten es auch gerne an. Sei es im Privaten oder bei einer Speisung (Langar). Chole kommt meist auf den Thali.

Aber: in Ludhiana gibt es eine mittelgroße Dhabba, die Chole auf der Karte hat. Bis dahin nichts Ungewöhnliches. Chole haben schließlich – wie wir ja nun schon wissen – alle auf der Karte. Es ist aber nicht irgendein Chole. Nein. Das Beste! Serviert wird Chole Bathure – Kichererbsen mit frittiertem Brot. Ich sag euch, das ist so lecker – da kommt einem nichts aus den Ohren raus. Nur das Wasser in den Mund.
Wer es mal probieren will, muss zu Parkash Sweets am Chaura Bazar (Chowk Girja Ghar). Für 40Rs pro Teller gibt’s dann das:

Das beste Chole Bathure gibt's bei Parkash Sweets
Mahlzeit!

Von Gol Gappa bis Aloo Tikki

Was macht man als erstes, wenn man in Indien ankommt? Richtig, man geht zum erstbesten Straßenstand und kultiviert den Magen-Darm-Trakt mit den hiesigen Erregern. So kann in den Wochen drauf kommen was will, es macht nichts aus.(*)
So ging es also am Dienstag (08.01.13) direkt zum Basar zu unserem Stamm-Gol-Gappa-Verkäufer in Nurmahal (Cheema Bazar für die Ortskundigen ;)). Eigentlich eher spontan, denn zu dieser kalten Jahreszeit (ha, ich sitze gerade in der Sonne und mir ist doch tatsächlich warm :D) ist Gol Gappa nicht gerade der angesagteste Snack für Zwischendurch. Daher dachten wir auch, dass der Stand gar nicht da wäre. Doch als wir am späten Nachmittag unsere Runde drehten, sprach uns gleich ein Bekannter an. Die kulinarische Vorliebe hat wohl einen bleibenden Eindruck hinterlassen :lol:.
Auf meiner Liste „Was ich unbedingt mal wieder essen möchte“ standen außerdem Aloo Tikki und Papri Chat.
Aloo Tikki sind eine Art Frikadellen aus Kartoffelbrei, frittiert in bestem Öl :roll:. Dazu ein paar frische Zwiebeln, grünes Chutney und ein wenig Raita (Joghurt). Hach herrlich! Und so schön heiß. Papri Chat ist ebenfalls (wie sollte es eigentlich auch anders sein?!) knusprig frittierter Teig, dazu ein wenig Palle (…weicher Teigklumpen), ein Gol Gappa, ein wenig Chutney, Raita und die obligatorischen Zwiebeln. Ebenfalls lecker, aber da kalt eher was für die warmen Tage.
Wer mal in Jalandhar unterwegs sein sollte, sei der Tikkiwala beim Rainak Bazar empfohlen, da gibt’s alles zu fairen Preisen (20Rs pro Portion) und vor allem frisch.

Tikkiwala beim Rainak Bazar

Tikkiwala beim Rainak Bazar


(*)Obige Anleitung gilt natürlich nur für Leichtsinnige, Wagemutige und Indienkenner. Ich würde mich – zumindest was die Straßenstände angeht – zur letzten Kategorie zählen. So langsam hat man ja seine Lieblingsstände, bei denen *klopf auf Holz* alles vernünftig abläuft. Ich möchte sogar behaupten, dass manches hier frischer ist als bei der ein oder anderen Fritten- oder Dönerbude in Deutschland. Gammelfleisch wird einem hier wohl kaum unterkommen :lol:.