Chunni Tutorial

Wie kommt gleich nochmal die Farbe auf den Stoff?
Die Chunni, oder auch Dupatta genannt, ist ein essentieller Bestandteil indischer Bekleidung. Kein Salwar Kameez kommt ohne aus. Es handelt sich dabei um eine Art Schal, der je nach Belieben über Schulter oder Kopf getragen werden kann. Sehr praktisch also bei Tempelbesuchen – das Kopftuch ist immer dabei.Beim Kauf eines Suits (Oberteil und Hose) ist zumeist auch schon der passende Stoff für diese Chunni mit dabei. Manchmal muss nur noch der Rand abgenäht werden, oder sie ist tatsächlich schon „tragfähig“. Kauft man nur Stoff und lässt sich Anzüge schneidern, muss man noch ein wenig weißen Stoff färben. Das macht frau aber nicht selbst – dafür wird der Dupatta-Färber beauftragt. Im Handumdrehen färbt er den weißen Stoff in den schönsten Farben mit Mustern nach Wahl.
Mit geschultem Blick werden dafür verschiedene Pulverchen und sonstige Chemikalien in heißem Wasser zusammen gemischt. Hat man sich verfärbt, zieht’s ein wenig Chlor wieder heraus. Mit Hilfe eines Fadens werden Muster aufgebracht und im Nu ist die Chunnie auch schon fertig.

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Der Preis ist heiss…

…zumindest wenn du weiss bist. Aber das kennen sicherlich alle Indien-Reisenden…Den Touristenaufschlag gibt’s immer. Da hilft auch die komplett anwesende indische Familie nichts. Auch boese Blicke nicht und die direkte Konfrontation samt indischem Geschimpfe. Aber ~1.50Euro sind nun mal ein Euro fuenfzig *rolleyes* Aber da geht’s wohl eher um’s Prinzip als um die 100 Rupien… Denn eingekauft wurde dennoch…und vor allem fuer mich. Wenn jetzt nur der Schneider auch in der Lage gewesen waere, ordentlich (haha) zu vermessen und dementsprechend zu naehen…aber gut…Geduld ist eine Tugend…und die lernt man spaetestens hier…Oder er hat einfach keinen Bock nachdem er gesehen hat, fuer wen er das Zeug naeht. Denn nach der „teuren“ Shopping-Tour waren wir schlauer: Schwiegermutter und Mann sind vor zum Schneider, alles besprechen, ich dann spaeter hin zum Vermessen (was, wie gesagt, nicht seine Staerke ist…)
Dennoch kann ich nun auch ein paar Salwar Kameez mein Eigen schimpfen (simple, simple, simple…weder pink noch babyblau), und beim gestrigen Fest (Namaz, Segnung zum Schutz von Ravi, mir, meinem Schwager und seiner Frau) kam ich mir erschreckenderweise nicht verkleidet vor. Die Punjabi-Style Salwar (Hose) sind einfach nur eines: bequem. Luftig, locker…da kann die Suppe laufen (zu viel kann man gar nicht trinken, wie man schwitzt…der Oktober ist dieses Jahr wohl heisser als sonst *Mitleid erhasch*), das Top  (Kameez) sitzt, die Dupatta ist perferkt farblich abgestimmt (die gibt’s nicht zum Stoff dazu, den „Schal“ kann man auf dem Markt in gewuenschten Farben und Mustern innerhalb weniger Minuten und Rupien faerben lassen (letzteres natuerlich nur, wenn ich nicht dabei bin :p)
Fuer Aussenstehende und sonstige Skeptiker der „Weissbrot in Sari“-Fraktion (und auch fuer mich selbst wenn ich in Deutschland waere) mag es immer noch komisch ausschauen. Aber hier bin ich im Gemenge der Damen untergegangen…auch wenn auf Grund der Hautfarbe (gibt es „positive Diskriminierung“?) dennoch alle Blicke auf mich gerichtet waren.
Ich persoenlich fand allerdings, dass meine Schwaegerin in ihrem hellblauen Anarkali eine viel bessere Figur gemacht hat.