„Ich packe meinen Koffer…“

….und stelle fest: 30kg sind jedes Mal wieder eine Herausforderung!

So ist die Freimenge bei unserer Stamm-Airline Qatar Airways zwar großzügig bemessen, aber die müssen ja auch erstmal untergebracht werden. Überdimensionaler Koffer (oh was freu ich mich auf das Geschleppe) versteht sich von selbst. Aber trotz zurückhaltendem Shoppings für die Verwandtschaft  (vornehmlich Nichten und Neffe) in Indien wird der Platz jedes Mal aufs Neue knapp. Da bleibt für einen selbst nicht viel Platz…äh, also fürs eigene Gepäck. Weder ich noch der Herr des Hauses reisen im Koffer ;).

Das einzig Gute (halbvolles Glas und so): wer wenig mitnimmt, kann mehr einkaufen 🙂
So haben sich in meinen Koffer nebst dem üblichen Kleinkram nur 3 Suits, ne Jeans und ein paar Shirts verirrt (und Jogging Krams …fürs gute Gewissen bei all der anstehenden Völlerei…ohje ohje).

Wirklich traurige Bilanz ;).
Ich bin aber mehr als zuversichtlich, dass sie am Ende der Reise besser aussehen wird :).

Surreal

Es ist schon erstaunlich, wie klein unsere Welt doch geworden ist. Technologie und Globalisierung sei Dank.
Da arbeitet man den einen Tag fleißig vor sich hin und am nächsten Tag ist man schon am anderen Ende der Welt.
Noch viel unwirklicher ist aber das Gefühl, Personen, die man sonst nur in Deutschland (noch dazu in der eigenen Heimatstadt) sieht, plötzlich am Flughafen von Amritsar erwartet ;).
Wer hätte gedacht, dass ich einen Teil meiner Verwandtschaft mal in Indien begrüßen würde – dazu auch noch zur eigenen Hochzeit?
Frau Mutter und Frau Tante sind – trotz etwas umständlicher Verbindung (Berlin – Zürich – Delhi – auschecken, Gepäck holen, wieder einchecken – Amritsar) heil hier angekommen.
Frau Tante ist auch ganz mutig und sitzt – trotz Kenntnis des Films „Best Exotic Marigold Hotel“ in erster Reihe neben dem Fahrer. Wer den Film und eine gewisse Busszene kennt, wird wissen, wieviel Spaß das macht :D.
Noch kurzer Verschnaufpause stürzten wir uns auch sogleich auf den Bazar. Schließlich mussten beide noch dem Anlass entsprechend eingekleidet werden. Es stellte sich aber heraus, dass Sonntag mal so überhaupt kein guter Tag ist, um in Jalandhar in Ruhe einzukaufen. Denn sonntags gibt es zusätzlich zum üblichen Getummel noch eine Art Billigbazar. Zig Stände und fliegende Händler, die sich vor den eigentlichen Geschäften breit machen und ihre Ware entsprechend günstig verramschen. Aber gut, wir haben uns durchgeschlagen und sind mit vollen Tüten wieder nach Hause bzw zum Schneider ;).

… Let the party(s) begin! …

Wenn Maenner shoppen gehen…

…sollte Frau die Zeit lieber im Kino verbringen.  (Jalandhar, 13.10.)
Allerdings waren unsere der Meinung, ebenfalls ins Kino gehen zu wollen…nachdem sie diverse Sportausruestungsgeschaefte abgeklappert hatten (den richtigen Cricket-Schlaeger zu finden, scheint eine Kunst fuer sich zu sein…)
Nun denn – im Anschluss an die unerfolgreiche Shoppingtour ging es dann noch in’s Kino zur Erholung (und Aklimatisierung). Eigentlich wollten wir (oder zumindest ich) Dabangg schauen, aber den gibt’s dann doch schon auf DVD. Fuer Robot fand sich keine Mehrheit – also wurde es dann paartauglich Anjaana Anjaani. Ganz nett, um ihn sich einmal anzuschauen. Kurzweilig und eigentlich auch ganz suess gemacht. Aber man koennte auch 2 Hollywood-Darsteller in den Film packen (spielt ja eh in den USA), die Songs rausschneiden…und das Ergebnis waere das gleiche. Praedikat „Bollywood“ gibt’s daher nicht. Eher eine nette Romantik-Tragikkomoedie….

Der Preis ist heiss…

…zumindest wenn du weiss bist. Aber das kennen sicherlich alle Indien-Reisenden…Den Touristenaufschlag gibt’s immer. Da hilft auch die komplett anwesende indische Familie nichts. Auch boese Blicke nicht und die direkte Konfrontation samt indischem Geschimpfe. Aber ~1.50Euro sind nun mal ein Euro fuenfzig *rolleyes* Aber da geht’s wohl eher um’s Prinzip als um die 100 Rupien… Denn eingekauft wurde dennoch…und vor allem fuer mich. Wenn jetzt nur der Schneider auch in der Lage gewesen waere, ordentlich (haha) zu vermessen und dementsprechend zu naehen…aber gut…Geduld ist eine Tugend…und die lernt man spaetestens hier…Oder er hat einfach keinen Bock nachdem er gesehen hat, fuer wen er das Zeug naeht. Denn nach der „teuren“ Shopping-Tour waren wir schlauer: Schwiegermutter und Mann sind vor zum Schneider, alles besprechen, ich dann spaeter hin zum Vermessen (was, wie gesagt, nicht seine Staerke ist…)
Dennoch kann ich nun auch ein paar Salwar Kameez mein Eigen schimpfen (simple, simple, simple…weder pink noch babyblau), und beim gestrigen Fest (Namaz, Segnung zum Schutz von Ravi, mir, meinem Schwager und seiner Frau) kam ich mir erschreckenderweise nicht verkleidet vor. Die Punjabi-Style Salwar (Hose) sind einfach nur eines: bequem. Luftig, locker…da kann die Suppe laufen (zu viel kann man gar nicht trinken, wie man schwitzt…der Oktober ist dieses Jahr wohl heisser als sonst *Mitleid erhasch*), das Top  (Kameez) sitzt, die Dupatta ist perferkt farblich abgestimmt (die gibt’s nicht zum Stoff dazu, den „Schal“ kann man auf dem Markt in gewuenschten Farben und Mustern innerhalb weniger Minuten und Rupien faerben lassen (letzteres natuerlich nur, wenn ich nicht dabei bin :p)
Fuer Aussenstehende und sonstige Skeptiker der „Weissbrot in Sari“-Fraktion (und auch fuer mich selbst wenn ich in Deutschland waere) mag es immer noch komisch ausschauen. Aber hier bin ich im Gemenge der Damen untergegangen…auch wenn auf Grund der Hautfarbe (gibt es „positive Diskriminierung“?) dennoch alle Blicke auf mich gerichtet waren.
Ich persoenlich fand allerdings, dass meine Schwaegerin in ihrem hellblauen Anarkali eine viel bessere Figur gemacht hat.