Murder 2

Meine erste Reaktion nach ein paar Sekunden: „Die Haare!“ – hier darf sich der geneigte Leser einen entsetzten Aufschrei vorstellen. Die Haare von Emraan Hashmi gehen mal so überhaupt nicht! Vokuhila wäre noch ein Kompliment. Nein. Das hat mich wirklich enorm abgelenkt. Aber wovon eigentlich?
Hashmi spielt einen Ex-Cop, der einem Zuhälter bei der Suche nach verschwundenen Prostituierten helfen soll. Nachdem ihn die Arbeit als Polizist nicht ausgefüllt hat, verdient er nun offen auf der anderen Seite des Gesetzes sein Geld. An seiner Seite – allerdings nur als hübsches Beiwerk: Jaqueline Fernandes. Ihr Rolle ist dermaßen verschwendet und unnötig, dass ich mich schon bei der ersten „wir knutschen rum…weil….weil ….na eben nur so“-Szene gefragt habe, ob da auch noch Schauspiel kommt.
Hashmi ist ja allgemein bekannt dafür, in seinen Filmen zu küssen. Wenn es zur Story passen würde: ok. Aber her geht’s eigentlich nur darum, zu zeigen, was er kann (oder eben auch nicht).
Aber zurück zur Story. Nachdem man am Anfang mit Erotik abgelenkt wird, geht es dann auch mal richtig los. Der Film steigt tiefer in die Story ein und gibt ziemlich schnell das Geheimnis um die verschwundenen Mädchen preis: Ein Psychopath in der Haut eines Hijras (Indiens „drittes Geschlecht“) straft die Frauen für ihre Sünden ab. Dabei bringt er sie nicht einfach um. Nein, er zelebriert es, schlachtet sie fast. Das bekommt man so nun nicht zu sehen. Aber die Szenerie wird eindeutig vermittelt. Da der Täter sehr schnell gefasst wird, beginnt dann ein Katz- und Mausspiel um das Leben eines weiteren Mädchens.
Beeindruckend an Murder 2 ist eindeutig Prashant Narayanan.Er verkörpert den Killer dermaßen überzeugend, dass man zwischen Schauspieler und Rolle nicht mehr unterscheiden kann. Wirklich grandios. Im Dunkeln möchte ich dem nicht begegnen. Schön auch, dass nicht alles nach Plan verläuft, der Film kleine Wendungen hat, die durchaus die Spannung erhöhen.
Dagegen ist Hashmi eher blaß – Dackelblick und Knutschmund müssen reichen. Dazu noch die selbstbemitleidende Rolle und die überflüssige Jaqueline. Nein, das überzeugt nicht.
Da fiebert man doch einmal mehr mit dem Fiesling mit. Denn wie gesagt: der ist sehr ansehnlich. Wenn der Regisseur auch noch mutig genug gewesen wäre, an einer Stelle, die kein „Friede Freude Eierkuchen“ versprühte, Schluss zu machen, wäre das eher nach meinem Geschmack gewesen. So reicht einmal ansehen. Nix für meine Filmsammlung.


Murder 2
Indien 2011
122min.

Emraan Hasmi
Jaqueline Fernandes
Prashant Narayanan
u.a.

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