Top of the Pops

Dank einer Party irgendwo hier um die Ecke, die freundlicherweise bis spät nachts ging und die halbe Stadt beschallte, bin ich jetzt voll auf dem Laufenden, was die beliebtesten Hits aktuell hier sind.
Neben Party“klassikern“ wie Sheila Ki Jawani und Munni Badnam Hui, hat es auch der weltweite Hit Gangnam Style auf die Tracklist des DJs geschafft. Mein absoluter Lieblingssong der Nacht war hingegen Angreji Beat von Yo Yo Honey Singh (*was* für ein Name!) bzw. aus dem Film Cocktail.
Dank des dynamischen Basses konnte man jeden Beat nicht nur hören, sondern auch spüren :lol:. Einziger Minuspunkt: die Titel wurden eigentlich immer nur angespielt, meist natürlich der bekannte Refrain :roll:.

Meine Top 5 der mir bekannten Songs gespielten Tracks:

5. Dhinka Chika (Ready)

4. Hookah Bar (Khiladi 786)

3. Munni Badnaam Hui (Dabangg)

2. Sheila Ki Jawani (Tees Maar Khan)

1. Angreji Beat (bei 1:47 geht’s auch endlich los…Video aus Cockteil wird von Eros leider gesperrt)

…4 Songs aus Bollywoodfilmen, 1 Punjabi Hit, der aus nem BW Film stammt…nicht wirklich sehr repräsentativ für die aktuelle musikalische Hitparade des Punjabs :D.

Drachenläufer

Einige von euch kennen sicher Khaled Hosseinis Bestseller „Drachenläufer“. Wer nicht gern liest, kennt wiederum vielleicht die Verfilmung. Gleich zu Beginn wird gezeigt, wie Kinder mit Drachen spielen. Dabei geht es nicht so profan zu wie bei uns – hochsteigen lassen und ein wenig lenken – sondern es entbricht ein richtiger Wettkampf. Die Leinen sind mit feinem Glasstaub präpariert, so dass man die Schnur eines anderen Drachen mit viel Geschick durchschneiden kann. Der Titel des Buches bezieht sich wiederum auf Kinder, die den Drachen nachlaufen und sie als Trophäen einsammeln.

…und was wäre Lohri ohne eben jenen Wettkampf? Läufer gibt es hier keine, auch wenn es durchaus als Herausforderung gilt, einen Drachen mit der eigenen Leine einzufangen und damit dann weiterzuspielen. Hat man einen Gegner vom Himmel geholt, wird das mit viel Geschrei und Gejohle gefeiert. Die Geräuschkulisse am Wochenende (12.-13.01.) war dementsprechend :lol:.

Ich war mal wieder erstaunt, wie unfassbar billig manches hier ist. Da würde man annehmen, bei solchen Festen wird vielleicht der große Reibach gemacht – aber nichts da: ein Drachen kostet 2Rs….kein Wunder also, dass diese gleich stapelweise mit nach Hause geschleppt werden und ein Verlust leicht zu verkraften ist.
Gefertigt sind sie aus einfachem Pergament oder dünner Folie. Die Schnur ist extra zu kaufen und wohl auch das teuerste an der ganzen Sache (300Rs). Hält aber ewig und drei Tage und stellt eine gute Investition dar :lol:.
Hinzu kommen anschließend noch diverse Pflaster, denn so eine Schnur schneidet auch gut ins Fleisch :roll:.

Jammu oder nicht Jammu?

…Das ist hier die Frage!
Ich bin mit nicht sicher, wie präsent der aktuelle Konflikt zwischen Indien und Pakistan in den deutschen Medien ist. Ich nehme aber mal an, dass nicht viel darüber berichtet wird/wurde.
Vor ein paar Tagen kam es in Kashmir zu einem brutalen Vorfall seitens pakistanischer Terroristen (oder der Armee…so genau weiß das wohl keiner), bei dem zwei indische Soldaten getötet wurden. Von einem fehlt gar der Kopf :shock:.
Eigentlich gibt es seit gut einem Jahrzehnt ein Waffenstillstandsabkommen. An der Line of Control (LoC) stehen sich beide Parteien täglich bis auf die Zähne bewaffnet gegenüber und halten die Füße still. Der Angriff wird nun medienwirksam als Bruch des Abkommens dargestellt, wenngleich auch die pakistanische Seite moniert, es habe zuvor schon eine Verletzung des Abkommens durch die indische Armee gegeben. Auch wird gefordert, dass der verschleppte Kopf des Soldaten ausgehändigt wird – oder man ihn sich sonst selbst hole (auch hier wieder medienwirksam ein Grüppchen von 5 Leuten inszeniert, die die protestierende Meute darstellen soll :roll:).

Lange Rede, kurzer Sinn: wir wollten eigentlich gestern oder heute nach Jammu-Kasmir aufbrechen. Ziel wäre eigentlich der Vaishno-Devi-Tempel nahe Katra gewesen. Und wenn man schon mal auf dem Eck gewesen wäre, hätte sich auch Zeit für Sightseeing in und um Jammu gefunden. Doch ein Blick auf die Landkarte verrät: auch hier könnte es auf Grund der Nähe zu Pakistan im Fall des Falles kritisch werden. Die Nachrichtensender postieren ihre Reporter auch fein am Grenzbereich in Jammu und dokumentieren jede noch so kleine Bewegung auf eine dermaßen reißerische Art, dass man sich manchmal fragt, wo der Nachrichtengehalt abgeblieben ist (Bollywoodinteressierte kennen sicher die Art der Promi-News, anders schauen normale Nachrichten oft auch nicht aus 😦 ).

Um also auf die Ausgangsfrage zu antworten: Nicht Jammu 😦 .

…aber vielleicht sind wir auch alle froh, nach den steigenden Temperaturen hier nun doch nicht in die Kälte zu fahren…

Happy Lohri!

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…auf geht’s zum Drachensteigen, Erdnüsse mampfen, Verwandte besuchen, Geschenke verteilen (und bekommen :lol:) und den Kindern beim Singen zuhören (hat ein wenig was von Sternsängern….von Tür zu Tür…).
In diesem Sinne: Happy Lohri!

Von Gol Gappa bis Aloo Tikki

Was macht man als erstes, wenn man in Indien ankommt? Richtig, man geht zum erstbesten Straßenstand und kultiviert den Magen-Darm-Trakt mit den hiesigen Erregern. So kann in den Wochen drauf kommen was will, es macht nichts aus.(*)
So ging es also am Dienstag (08.01.13) direkt zum Basar zu unserem Stamm-Gol-Gappa-Verkäufer in Nurmahal (Cheema Bazar für die Ortskundigen ;)). Eigentlich eher spontan, denn zu dieser kalten Jahreszeit (ha, ich sitze gerade in der Sonne und mir ist doch tatsächlich warm :D) ist Gol Gappa nicht gerade der angesagteste Snack für Zwischendurch. Daher dachten wir auch, dass der Stand gar nicht da wäre. Doch als wir am späten Nachmittag unsere Runde drehten, sprach uns gleich ein Bekannter an. Die kulinarische Vorliebe hat wohl einen bleibenden Eindruck hinterlassen :lol:.
Auf meiner Liste „Was ich unbedingt mal wieder essen möchte“ standen außerdem Aloo Tikki und Papri Chat.
Aloo Tikki sind eine Art Frikadellen aus Kartoffelbrei, frittiert in bestem Öl :roll:. Dazu ein paar frische Zwiebeln, grünes Chutney und ein wenig Raita (Joghurt). Hach herrlich! Und so schön heiß. Papri Chat ist ebenfalls (wie sollte es eigentlich auch anders sein?!) knusprig frittierter Teig, dazu ein wenig Palle (…weicher Teigklumpen), ein Gol Gappa, ein wenig Chutney, Raita und die obligatorischen Zwiebeln. Ebenfalls lecker, aber da kalt eher was für die warmen Tage.
Wer mal in Jalandhar unterwegs sein sollte, sei der Tikkiwala beim Rainak Bazar empfohlen, da gibt’s alles zu fairen Preisen (20Rs pro Portion) und vor allem frisch.

Tikkiwala beim Rainak Bazar

Tikkiwala beim Rainak Bazar


(*)Obige Anleitung gilt natürlich nur für Leichtsinnige, Wagemutige und Indienkenner. Ich würde mich – zumindest was die Straßenstände angeht – zur letzten Kategorie zählen. So langsam hat man ja seine Lieblingsstände, bei denen *klopf auf Holz* alles vernünftig abläuft. Ich möchte sogar behaupten, dass manches hier frischer ist als bei der ein oder anderen Fritten- oder Dönerbude in Deutschland. Gammelfleisch wird einem hier wohl kaum unterkommen :lol:.

Just chill chill, just chill…

07.01.2013
Dreißig Kilo pro Koffer sind schneller gepackt als man denkt. Auch die freundliche Dame am Check-in von Qatar Airways attestierte uns gutes Augenmaß. Pah! Ich will gar nicht nachzählen, wie oft die Koffer daheim auf die Waage rauf und wieder runter sind.
Der Flug war eigentlich ganz angenehm…sieht man mal davon ab, dass der Flieger in Doha kurz vor Aufsetzen auf der Landebahn durchstarten musste, weil der Wind zu stark war. Erinnerungen an verwackelte Youtube-Videos einer Lufthansa-Maschine im Anflug auf Hamburg von vor 2 Jahren kamen sicher nicht nur bei mir auf. Einmal tief durchatmen. Nach ner halben Stunde kamen wir dann auch endlich runter (was unweigerlich ja eh irgendwann passiert wäre *hüstel*)
Im Nachhinein muss ich sagen, bin ich heilfroh, dass wir uns für die Variante München-Doha-Delhi entscheiden haben. Die Stunde diesmal hat mir doch mal wieder gezeigt, wie schrecklich klein dieser Flughafen ist. 9 Stunden und es hätte Tote gegeben.
So ging es dann also das erste Mal nach Delhi. *Das* ist doch mal ein Flughafen. Die Immigration ist zwar auch hier nicht weniger unfreundlich – da hilft auch der gute Vorsatz „ich lächle diesmal alle in Grund und Boden, statt mich von der Grimmigkeit anstecken zu lassen“ wenig.
Die Gepäckausgabe war lobenswert schnell. In Amritsar dauert es gefühlt ja immer eine halbe Ewigkeit bis das Gepäckband überhaupt zu drehen beginnt. So waren wir mit allem drum und dran schon nach ner halben Stunde draußen.
Und das ist mein Stichwort: draußen! Draußen ist es kalt (vor allem 3Uhr nachts in Delhi), um nicht zu sagen saukalt. Den Temperaturen nach zwar nicht kälter als in Deutschland – nur hat man da bekanntermaßen beheizte Räume. Da man hinterher immer schlauer ist als vorher, muss ich sagen: hättest du dir mal die dicken Schuhe eingepackt. Aber genug der Jammerei….rauf aufs Dach und ab in die Sonne (da lässt es sich aushalten) und just chill. In welcher Bedeutung, ob entspannen oder frösteln…das sei mal dahingestellt. Brrrrr.

Ich packe meinen Koffer…

…und nehme mit…
Wer kennt es nicht mehr, das gute alte Kofferpackenspiel. Wer etwas in der Aufzählung vergisst, ist raus.
So kommt es mir gerade vor. Alles steht bereit, um in die großen Koffer zu wandern. Aber was fehlt noch?! Und wenn ich es vergesse, ist das dann mein Untergang? 😆
Naja, ich habe ja noch Zeit mir über Nacht den Kopf zu zerbrechen. Und wenn doch etwas fehlen sollte, dann ist es halt so…
Also dann, Indien kann kommen. Wünscht mir nen guten Flug und angenehme Temperaturen! :p
Tschüss, bis bald aus Indien 😀

Nayaa Saal Mubaarak Ho!

2013 – da ist es nun also. Für mich steht jetzt schon fest: das wird ein gutes Jahr :).
Denn in schon einer Woche nur stehe ich wieder auf indischem Boden. Am 7. Januar geht der Flieger, in der Nacht zum 8. lande ich in Delhi. Von dort aus geht es dann querfeldein in den Punjab. Ich hoffe mittags bin ich dann endlich da :roll:.
Wie immer geht’s mit Qatar Airways hin und zurück. Kann ich nur jedem wärmstens empfehlen – guter Service, bisher immer problemlos und das Beste: 30kg Freigepäck. Der Shoppingtour steht also nichts im Wege 🙂
Da momentan der Winterflugplan gilt, hatten wir die Wahl zwischen 9 Stunden in Doha rumhocken oder – je nach Verkehrslage – 7-9 Stunden mit dem Auto fahren. Wir haben uns für letzteres entschieden. Nachts werden die Straßen hoffentlich nicht so voll sein, sodass wir aus Delhi recht fix raus sein könnten. Aber nun gut, schauen wir mal. Besser als auf dem Mini-Flughafen Doha nachts rumzusitzen ist es wahrscheinlich schon. Das erste indische Frühstück dieses Jahr wird dann sicherlich an irgendeiner Straßenrand-Dhaba stattfinden :).
Allzuviel reisen werden wir diesmal wohl nicht. Einzig ein Trip nach Jammu bzw Katra (Jammu-Kashmir) gleich zu Beginn steht schon fest auf dem Plan. Ziel ist der Vaishno-Devi-Tempel. Aber für die Umgebung bleibt sicherlich auch noch ein wenig Zeit.
Ansonsten werden wir diesmal mit ein paar – oder eher doch allen – Vorbereitungen für Oktober beschäftigt sein. Ja, im Oktober geht es „schon wieder“ hin :D. Denn es wird gefeiert! Wer die Hochzeitsvorbereitungen, Feier, Fotos und Co mitverfolgen möchte, schaue bitte im Blog My Big Fat Hindu Wedding vorbei – ich würd mich freuen ;).
Hier beschäftige ich mich ja doch mehr mit Land und Leuten, als mit meinem Vorbereitungsmarathon :lol:.
Nun dann…noch 2 1/2 Mal arbeiten, ein paar Sachen einkaufen, Koffer packen – und dann geht’s auch schon los. Jippieh!
In diesem Sinne:
Ein Frohes Neues Jahr! नया साल मुबारक हो!