Die kürzeste Geschichte…

…der Welt. Oder zumindest Indiens. Oder wenigstens des Punjabs.
Zumindest so kurz, dass man sie zig Mal wiederholen kann, ohne zu ermüden.

Wir sind auf einer mehrstündigen Autofahrt, als meiner kleinen Nichte (6) einfällt, dass sie mir dieses Meisterwerk indischer Dichtung unbedingt aufsagen muss.
Freundlicherweise eben jene zig Mal!

Ek tha Raja,
ek thi Rani,
donon mar gaye,
khatam kahani!

(Es war einmal ein König, es war einmal eine Königin,
beide starben, zu Ende ist die Geschichte!)

Nicht nur, dass ich diese wunderbare Geschichte nun auch auswänding kann, nein, ich habe sogar die richtige Melodie dazu gelernt. Jaja…
Und so trällert sie in meinem Kopf…die Stimme meiner Nichte…der König und die Königin…

…mit ihrer never-ending-Story! 😳

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Snack away

Nach dem Ausblick in die Zukunft in den letzten Posts, nun ein klitzekleiner Rückblick.
Ein kulinarischer sogar!
Keine Angst, es folgt keine Einführung in die indischen Restaurantlandschaft, ganz im Gegenteil.
Momentan schwelge ich immer wieder in Erinnerungen an den ein oder anderen Snack beim letzten Besuch. Das Schwelgen ist sicher auch den Planungen und Überlegungen geschuldet, was ich der erstmalig nach Indien reisenden Verwandtschaft andrehen kann. Ich meine ja: alles. Man muss nur ordentlich präpariert sein. Die ein oder andere Impfung und das ein oder andere Mittelchen zum Schutz können sicher nicht schaden. Ich weiß es schließlich noch am besten.
Aber sie werden nicht drum rum kommen *muharhar* (Ihr Lieben, wenn ihr mitlest – dies ist keine Drohung….*muharhar*)

Wie bereits erwähnt liebe ich Aloo Tikki, Papri Chaat und Gol Gappa. Die Snack-Dealer meines Vertrauens habe ich dafür in Jalandhar bzw. in Nurmahal.

Aber in Ludhiana gibt’s was, da könnt ich mich (zumindest manchmal) reinlegen. Und das hätte ich selbst nie gedacht.
Eine kurze Anmerkung zum besseren Verständnis: es gab eine Zeit, da konnte ich Kichererbsen nichts abgewinnen. Komischer (Nach)Geschmack und überhaupt – Linsen sind viel besser. Mein Mann hingegen liebt sie. Naja, soll er. Gibt’s wenigstens keinen Futterneid :lol:. Leider mögen auch viele andere Inder Chole – und bieten es auch gerne an. Sei es im Privaten oder bei einer Speisung (Langar). Chole kommt meist auf den Thali.

Aber: in Ludhiana gibt es eine mittelgroße Dhabba, die Chole auf der Karte hat. Bis dahin nichts Ungewöhnliches. Chole haben schließlich – wie wir ja nun schon wissen – alle auf der Karte. Es ist aber nicht irgendein Chole. Nein. Das Beste! Serviert wird Chole Bathure – Kichererbsen mit frittiertem Brot. Ich sag euch, das ist so lecker – da kommt einem nichts aus den Ohren raus. Nur das Wasser in den Mund.
Wer es mal probieren will, muss zu Parkash Sweets am Chaura Bazar (Chowk Girja Ghar). Für 40Rs pro Teller gibt’s dann das:

Das beste Chole Bathure gibt's bei Parkash Sweets
Mahlzeit!

Supergau

Urlaub? Check!
Tickets? Check!
Koffer? Check (also zumindest die angenehme Freigepäckmenge von 30kg – Check ;))
Fehlt noch was? Ach ja: Pass? ….
Check?
😳
Check?
😳
Check?!?!?! 😳 😳 😳
Wo ist der Pass?!

Vielleicht fragt sich der geneigte Leser, warum ich 78 Tage (hibbel!) vor Abflug schon meinen Pass suche. Die Antwort ist dabei ganz einfach: meinen Pass suche ich nicht. Vielmehr vermisse ich das nicht ganz unwichtige Reisedokument der besseren Hälfte. Würde ich meinen vermissen oder gar verlieren – ich hätte größtes Vertrauen in die deutschen Behörden und die Druckerei in Berlin, die auch schon mal nen Pass (mit entsprechender Extragebühr – andernorts würde man wohl Bakshish sagen :roll:) in 7 Tagen fertig klöppeln.
Aus leidiger Erfahrung vor ein paar Jahren bin ich da gegenüber dem indischen Konsulat allerdings mehr als skeptisch. Seinerzeit bestand zwar keine Not für einen neuen Pass (der Herr des Hauses hatte sich entschieden, endlich seinen Familiennamen zu tragen und entsprechend auch eintragen zu lassen) – aber wenn ich mir vorstelle, dass man es mal eilig hätte … :oops:.

Zwei Tage lang habe ich nun die Bude auf den Kopf gestellt und schon die schlimmsten Szenarien ausgemalt:
Ich in Indien (nicht schlimm ;)), Familie in Indien (soweit auch alles gut ;)) und Herr Mehra daheim (GAU! :oops:).
Wen heirate ich dann?! Nen Baum? Letzteres habe ich neulich mal im Scherz erwähnt, da der Gutste ja immer noch nicht sein Ticket abgeholt hat (Gelassenheit ist eine Kunst!). Aber ich hätte mir nicht ausmalen wollen, dass ich da wirklich alleine (naja, mit hunderten Gästen) stehe :sad:.

Aber:
DSC_0409

Alles nur falscher Alarm! *hier bitte ein sich Schweiß von der Stirn wischenden Smilie vorstellen*
Das Teil hatte sich hartnäckig in einer Hosentasche versteckt (immer diese Cargo-Shorts!). Nun will ich mir mal nicht vorstellen, was gewesen wäre, wenn besagte Hose (ohne sonst obligatorische Taschenkontrolle) in der Waschmaschine gelandet wäre. Mit einem freundlichen „Badhaiyan“ wurde ich auf Arbeit angerufen, nachdem besagte Hose zufälligerweise heute angezogen wurde.
…Ich meine auch ein wenig Erleichterung rausgehört zu haben *Nudelholz schwing* :lol:…

Indien kann kommen! Oder vielmehr : Indien, wir kommen! :D.

Nägel mit Köpfen

Sodele, Tickets sind endlich gekauft.
Zumindest für mich.

Schauen wir mal, wann der Herr des Hauses seine Reservierung endlich bucht (unser Reisebüro des Vertrauens ist da sehr geduldig und verlängert selbstständig die Reservierungsfrist. Besten Dank!).
Schlimmer als ein wankelmütiges Weib ( = ich) ist sich der Gute noch nicht so ganz sicher, wie lange er bleiben will. Naja, Hauptsache zur *klick* Hochzeit ist er dann da :lol:. OK, zu seiner Verteidigung sei erwähnt, dass er bereits Mitte September und somit weeeeiiiit vor der Hochzeit (zeitlich sei hier der indische Maßstab angesetzt) anreisen und alles in die Wege leiten wird.

Von September bis November bin ich in Indien- na wie klingt das? Wie „ziemlich lange“ – aber es sind dann doch „nur“ 5 Wochen, genaugenommen 38 Tage (40 Tage Urlaub ingesamt, mit Dank an den gnädigen Arbeitgeber, dem ich auch noch den 3.11. (Diwali) rauskitzeln konnte).

Ich freue mich und werde jeden einzelnen Tag – und manche ganz besonders – genießen.

…noch 89 Tage :lol:!

Die Zahl des Tages

100.

Unglaublich aber wahr – in 100 Tagen geht es schon wieder nach Indien :D.
Oder auch „erst“. Das Jahr geht zwar schnell um (herrje, es ist ja schon zur Hälfte rum!), aber manchmal kann es einem nicht schnell genug gehen (Fernweh, ick hör dir trapsen). Ich kann es also  kaum erwarten.

Zwar freut es mich, dass nun auch in Deutschland das Thermometer vernünftige Temperaturen anzeigt (ein bisschen Wind wäre aber toll!) – aber um das richtige Indien-Feeling zu haben, fehlt eindeutig die Geräuschkulisse.

Der Trubel.

Die vielen Menschen.

Die Sprache.

Das Essen.

Die Feste.

Die Religion.

Die morgendlichen Wegrufe um 4:30Uhr in der Früh (bis 6Uhr durchgehend).

Das Gerangel (ich sollte mich wohl einfach mal Samstag Nachmittag in die Innenstadt wagen).

Der Verkehr.

Genau genommen muss das s0 sein:

Mal abgesehen von der Kleinigkeit namens Hochzeit (<-*klick*) wird der Ablauf der Reise im Oktober fast so wie 2010. Navratri, Dussehra, Karwa Chauth, Diwali (wobei…da sitz ich dann schon fast wieder im Flieger), Delhi, Jaipur, Agra – alles schon mal gehabt. Und daher weiß ich: das wird super :lol:.

Es grünt so grün…

…das grüne Gras.
Gras
Auf einem benachbarten Grundstück fiel mir Anfang Februar dieses zunächst unscheinbare Grünzeug in’s Auge. Man würde auch einfach Unkraut dazu sagen ;).
Lustig einerseits, erschreckend allerdings, wenn man solche Berichte aus dem Punjab liest:

http://www.dw.de/drogenepidemie-in-punjab/a-16687864

Ende 2012 kam eine offizielle Studie der örtlichen Regierung zu dem Schluss, dass in bis zu 67 Prozent aller ländlichen Haushalte im Punjab mindestens ein Drogensüchtiger lebt.

In diesem Sinne: Keine Macht den Drogen! 😡

Zeit zum Nachdenken

Eigentlich müsste ich jetzt von Verlobungen, Hochzeiten, dem Goldenen Tempel und sonstigen großen und kleinen Ereignissen berichten. Aber ich fange von hinten an:
der Rückreise.

An sich immer ein trauriges Ereignis. Abschiede fallen mir immer schwer – auch wenn sie nur auf (unbestimmte) Zeit sind. Beim letzten Mal wusste ich nicht, dass ich im Januar schon wieder auf indischen Boden stehen würde. Dementsprechend mau war die Stimmung. Dieses Mal war aber klar: im Oktober wird es wieder zurückgehen, die große Party soll dann steigen :lol:. Daher fiel der Abschied am Flughafen eher tränenarm und recht kurz aus (u.a. auch dem Umstand geschuldet, dass wir dank eines übernächtigten Fahrers, dem wir eine Zwangspause verordneten, kurz vor knapp ankamen).

Nach der Sicherheitskontrolle und dem obligatorischen Anstehen beim Boarding (als wenn plötzlich die Tür zugehen könnte und man nicht mehr mitkäme :roll:) ging es dann auch endlich in den Flieger – oder auch nicht. Eine gefühlte Ewigkeit standen wir noch in der Schleuse und warteten, dass im Inneren alle Vorbereitungen abgeschlossen sind. Das ging ja schon gut los! Weiterlesen

Republic Day

Am 26. Januar wird alljährlich in Indien der Tag der Republik gefeiert. An diesem Tag trat 1950 die indische Verfassung in Kraft. In Delhi gibt es dann ne ordentliche Militärparade – man zeigt, was man hat :roll:.

In Nurmahal gibt es solch eine Parade nicht, dafür wird von den Schulen ein kleines Programm zusammengestellt. Fand ich auch viel ansprechender.
Republic Day 2013
So wurde fleißig getanzt, gesungen und auch ein wenig Politik, religiöse Pseudogeistliche und auch das Problem der Korruption durch den Kakao gezogen. Wohlgemerkt durch die Kids :lol:.

Mein Highlight war allerdings eine kleine Tanzgruppe aus einem Kindergarten. Diese dürften zu Zoobi Doobi aus ‚3 idiots‘ ihre Choreographie zum Besten geben – zum Schießen! 😆
Zoobi Doobi beim Republic Day

Und für die, die das Lied nicht kennen:

Neulich im Drug Store

„Einmal Paracetamol bitte!“
Kurzes Schweigen des Verkäufers*.
„Das hab ich leider nicht. Aber ich kann Ihnen ein Mittel geben, dass noch besser bei Schmerzen hilft.“
Der werte Herr kramt in seiner Vitrine und zieht einen Blisterstreifen hervor. Ich betrachte ihn genauer und muss schmunzeln. Als Wirkstoff ist Acetaminophen angegeben.
Er betont nochmal, dass es sich um ein sehr gutes Mittel handelt (und der Preis von 1 Rs pro Stück ist auch unschlagbar ;)) – und ich stimme ihm zu.
Schließlich verkauft er mir gerade Paracetamol :roll:.

*Verkäufer deshalb, weil er sich offensichtlich selbst disqualifiziert hat, als Pharmazeut oder Chemiker bezeichnet werden zu können.
Erschreckend, wenn schon der „Experte“ keinen Plan hat – von den noch weniger aufgeklärten Konsumenten, die beim kleinsten Schnupfen Antibiotika zu schlucken bekommen, ganz zu schweigen 😮

Nächster Versuch: Ambroxol (sollte eigentlich klappen, Mucolite ist hier ein durchaus bekanntes Mittel….aber es geht ja um den Wirkstoffnamen-Test :lol:.