Check In – ein deutsch-indischer Vergleich

Auf Grund der enormen Nachfrage *zwinker* hier nun ein kleiner Vergleich des Check Ins in Deutschland und Indien.
Vorweg sei erwähnt, dass ich in Indien bisher nur in Amritsar eingecheckt habe. Wir sind im Januar zwar nach Delhi geflogen,  zurück ging es aber auch wieder via Amritsar.

In Deutschland verhält es sich ja durchaus so, dass man den Flughafen betritt, sich seinen zur Airline passenden Check-In Schalter sucht, den Koffer abgibt und sich zur Sicherheitskontrolle begibt. Dort wird vielleicht bei Kameras, Laptops und Tablets nochmal extra geschaut. Aber das war es dann auch schon. Beim Boarding zeigt man dann noch fix zum Einscannen die Boardkarte vor und schon kann es losgehen.

In Indien, respektive in Amritsar (Punjab) sieht das Ganze ein bisschen anders aus.
Wer in das Flughafengebäude möchte, muss bereits draußen einem Sicherheitsbeamten Ticket/Buchungsbestätigung vorzeigen. Die Sprache scheint dabei zweitrangig, Hauptsache Name, Tag und Airline geht irgendwie daraus hervor.
Wer kein Fluggast ist, kann für ein paar Rupien allerdings eine Art Eintrtittskarte kaufen und somit Freunde und Familie drinnen verabschieden bzw. abholen.
Der Check-In Bereich ist allerdings den Fluggästen vorbehalten. Daher heißt es auch hier wieder: Ticket her oder Tschüß. Es ist auch immer wieder faszinierend, wie lange sich eine Person mit den Unterlagen aufhalten kann. Soll wohl ein „Ich bin wichtig“ vermitteln.
Anstelle nun aber direkt zum Check-In zu gehen, muss erstmal der Koffer gescannt werden. Ist dies erfolgreich erledigt, gibt’s auch nen schicken Aufkleber.
Nun denn also kann sich angestellt werden. Am besten ist man in Amritsar beraten, wenn man nicht zu früh ankommt. Dank eines Schalters (für alle Airlines, parallele Abfertigung scheint es hier nicht zu geben) geht alles auch mehr oder weniger schnell (an dem Schalter sind insgesamt 5 Bearbeitungsplätze…immerhin!).
Vor der Sicherheitskontrolle geht’s dann noch fix zur Immigration. Ausreiseformular ausfüllen und abgeben und das Ticket ein erstes Mal stempeln lassen.
Beim Security-Check wird dann nochmals gestempelt (das Ticket, sowie alle möglichen Schilder an Handgepäck und Handtäschchen) und dann…ja, dann hat man es fast geschafft. Bevor man nun ins Flugzeug steigen kann, muss das Ticket noch mindestens zweimal vorgezeigt werden – vor der Rolletreppe zum Gate, am Gate und dann noch ein drittes Mal zur Platzeinweisung im Flieger.

Alles klar?
Welche Erfahrungen habt ihr so gemacht? Wie schaut es in anderen indischen Städten so mit dem Check-In aus? Frau Mutter und Frau Tante werden in ein paar Wochen zwar von Delhi berichten können…aber wie läuft es so in Mumbai ab? Hyderabad? Kolkatta?

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Von Nervosität bis Neurosen

Oder „Der Hab-ich-auch-alles-dabei-Tick“.

Die Nacht vor der Abreise war wie in den Jahren zuvor mal wieder recht schlaflos. Das lag nun nicht unbedingt an der sich durchaus breit machenden Nervosität, als vielmehr an dem noch zu packenden Koffer und der abzuhakenden Liste ;). Obwohl ich hinterher überall einen Haken dran hatte, musste ich nach meiner Ankunft feststellen, dass doch 1-2 Sachen fehlten. Blöd, wenn sie nicht auf der Liste stehen :lol:.

Eines davon war die Buchungsbestätigung für unseren Flug Amritsar-Delhi. Kein Problem, dachte ich mir, hast ja die Email noch.
Das ist auch prinzipiell richtig – daheim gespeichert im Thunderbird hab ich sie noch. Der Emailprovider hatte diese aber längst schon gelöscht. An dieser Stelle ein großes Lob an Expedia, die die Bestätigung umgehend nochmal herausgekramt haben (und das bei meinen mageren Angaben…ist ja schon ewig her mit der Buchung).

Der ein oder andere mag sich fragen, wozu ich die olle Buchungsbestätigung brauche – schließlich reicht ja der Pass zum Einchecken. Das ist auch vollkommen richtig. Aber um einchecken zu können, muss man erstmal ins Flughafengebäude kommen. Und da ist der (mehr oder minder) erfahrene Indienreisende ja schon so einiges gewohnt. Ich sollte beizeiten mal einen Check-In-Vergleich aufstellen ;).

Aber nun denn, der Koffer war irgendwann gepackt, der tote Punkt überwunden, Blumen gegossen, Stecker gezogen, der Salwar-Kameez übergeworfen – es konnte also losgehen.

Am Flughafen in München wurde ich dann noch „Opfer“ einer (freiwilligen) Umfrage – aber für sowas bin ich immer zu haben. Und so verging die Wartezeit wie im Flug (no pun intended ;)).

Ich weiß zwar nicht, was Qatar Airways geritten hat, aber sie waren auf dem Weg von München nach Doha der Meinung, ihre Gäste mit Bruschetta als Snack verköstigen zu müssen. Lecker, würde man denken – aber die Tomatenpaste, die gereicht wurde, war eher eine Knoblauchpaste mit roter Farbe. Aber wie gut, dass alle davon aßen (außer die armen Flugbegleiterinnen) – mir ist kein unangenehmerer Geruch mehr aufgefallen :lol:.
Ansonsten will ich mich mal nicht beklagen. Vom Knoblauchausfall abgesehen, ist’s auf dieser Strecke immer recht lecker. Was man vom zweiten Teil des Fluges nicht behaupten kann.
Ich meine, mir schmeckt es ja schon nicht – aber wie geht es wohl den indischen Mitireisenden, wenn sie ein Etwas Essen aufgetischt bekommen, das zwar mit „Palak Paneer (Käse im Spinat)“ und „Daal (Linsen)“ deklariert ist, aber dessen Geschmack sich auch nicht mir dem gereichten Achar (säuerlich-scharf eingelegtes Gemüse/Obst) rauskitzeln lässt? 🙄
Vom Kheer (Milchreis) will ich erst gar nicht anfangen… 😳

QA Munich-Doha-Amritsar
Ein kleiner Vergleich: oben (München-Doha) Pasta (mit einer weiteren Knoblauchkreation), Brötchen, Butter, Schmelzkäse, Linsensalat, Obstkuchen und Toblerone) ; unten (Doha-Amritsar) Daal und Palak Paneer mit Reis, kleines Brötchen mit Fenchelsamen (wohl für die Verdauung ;)), Butter, Achar, Gurken-Kartoffelsalat, Kheer, kleine Schokolade…

Wie dem auch sei, gestartet, geflogen und gelandet bin ich gut (toi, toi, toi, keine neuen Horrorgeschichten) und ins (Hochzeitsvorbereitungs)Getümmel habe ich mich auch schon mit hinein gestürzt :D.

Postkarten? Postkarten!

Morgen um diese Zeit bin ich endlich auf dem Weg zum Flughafen. Ich bin also quasi schon so gut wie da.

Als Freundin guter alter Postkarten verschicke ich auch in diesem Jahr welche. Wenn ich sie denn finde.
Abseits von Touristenhochburgen ist es auch in Großstädten im Punjab nicht so leicht, welche zu finden. Weder in Jalandhar noch in Ludhiana hab ich bisher welche auftreiben können. Eigentlich habe ich immer nur welche in Amritsar bekommen.
Aber:
Dank dem Rajasthan-Rundreischen werde ich dieses Mal sicher wieder fündig werden :D.

Wer mehr oder minder hübsch bedruckten, teils kitschigen Pappkarton erhalten mag, möge mir doch bitte die Adresse mailen :).

PunjabiTravels@gmx.de

Ein kleiner Hinweis auf Username oder woher wir uns kennen, wäre wunderbar, ich verschicke aber auch „anonym“ ;).

PS: Das ist für euch natürlich mit keinerlei Kosten verbunden – die paar Rupien Porto krieg ich sicher zusammengekratz  und – wie schon erwähnt – ich verschick’s gern :D.

Bald geht’s los

…und ich hibbel mir derzeit hier dermaßen einen zusammen, dass ich es fast selbst nicht glauben kann. Man würde ja meinen, bei der nunmehr vierten Reise wäre ich abgeklärt und die Ruhe in Person. Aber je näher der Tag des Abflugs rückt, desto aufgeregter werde ich. Es fühlt sich mittlerweile schon fast so an, wie vor drei Jahren, als es das erste Mal nach Indien ging.

Neulich schrieb ich noch:
„Mensch, in 27 Tagen geht’s schon los! Bis dahin heißt es noch 16 1/2 Tage arbeiten. Herrn Mehras Geburstag feiern. Fitnessstudio besuchen. Friseur. Kosmetik. Nähkurs.“

Eigentlich kann ich überall nen Haken dran machen. Noch 4 Tage arbeiten. Geburtstag wurde gefeiert. Fitnessstudio wurde und wird auch die kommende Woche besucht. Bei Friseur und Kosmetik wurde fleißigst gearbeitet. Nähen kann ich nun (vermutlich) auch. Tjoar. Kann losgehen.

Hibbel!!!

Die große Unbekannte – die Hochzeitsfeier – und die Verantwortung für die beiden Indien-Neulinge (Frau Mutter und Frau Tante) lässt meinen Stresspegel aber doch erheblich steigen.
Ein Kribbeln im Bauch hier, nervöse Unruhe dort… Alles zusammen genommen ein – wie schon erwähnt – großes Hibbel!!!

… Hab ich an alles gedacht – für mich selbst, aber vor allem auch für die anderen? ….

(Einmal) Indien hin und zurück

Vor etwas mehr als 3 Jahren ging ich das erste Mal mit diesem Titel mit dem Blog online. Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht! Mittlerweile war ich nun schon drei Mal in Indien. Jedes Mal gab es mindestens ein Highlight.

Reise Nr 1 (10/2010):  allein das war schon das Highlight. Aber natürlich auch unsere kleine Rundreise (Agra, Jaipur, Pushkar, Ajmer) und die diversen Feiertage, allen voran Diwali.
Reise Nr 2 (3/2012): Holi, Haridwar, Rishikesh
Reise Nr 3 (1/2013): Lohri, Kälte (ja, durchaus ein Highlight, wenn auch ein sehr zittriges)

Tja, und nun steht Reise Nr 4 vor der Tür. Samt kleiner Hochzeitsfeier, erneuter Rundreise (Alwar, Jaipur, Fatehpur Sikhri, Agra, Delhi) und reichlich Feiertagen.
Ich weiß noch genau, wie ich vor drei Jahren alles doch so ziemlich stabsmäßig geplant hatte. Da wurde der Impfausweis studiert und einiges in den Arm gespritzt. Auch dieses Jahr wäre die ein oder andere Impfung mal wieder fällig gewesen. Typhus müsste mal wieder aufgefrischt werden. Aber „Dank“ Lieferschwierigkeiten wird das nur noch eventuell was (aber bei einer Impfrate von 60-70% auch schon fast wieder egal). Und ganz zu schweigen von der Tollwutimpfung. Die hatte ich vor drei Jahren nicht machen lassen, da ich es als unnötig empfunden hatte. Auch jetzt glaube ich nicht wirklich, dass mir einer der zahlreichen Straßenhunde zu nahe kommen könnte. Doch irgendwie hatte sich so ein „was man hat, das hat man“-Gedanke eingeschlichen. Na schauen wir mal, wann dieser Impfstoff wieder lieferbar ist.
Außerdem musste das Visum beantragt werden – mit der PIO Card ist das nicht nötig. Den Koffer voll zu kriegen dürfte somit die einzige Gemeinsamkeit in den Vorbereitungen sein (vom Ticket abgesehen, aber ohne geht’s ja man schlecht) – und das wird ganz sicher kein Problem werden. Die Wunschliste aus Indien ist zwar nicht allzu groß. Aber mit leeren Händen will man ja auch nicht ankommen.

Mensch, in 27 Tagen geht’s schon los! Bis dahin heißt es noch 16 1/2 Tage arbeiten. Herrn Mehras Geburstag feiern. Fitnessstudio besuchen. Friseur. Kosmetik. Nähkurs.

…Ich würde sagen, die Zeit wird wie im Flug vergehen.

Deja-vu in Amritsar

Wie es sich für einen ordentlichen Besuch im Punjab gehört, stand auch im Januar wieder ein Besuch im Goldenen Tempel in Amritsar an. Es war immer noch kalt. Und Mamorböden sind nicht allzu bekannt dafür, Wärme zu speichern und somit die nackten Füße zu wärmen. Brrr.
Die Badewut der Pilger war entsprechend gehemmt, aber es gab einige, die den Sprung in’s „kühle“ Nass dennoch wagten.

Sikh kurz vor dem Bad im Sarovar

Sikh kurz vor dem Bad im Sarovar

Besonders haben mir dieses Mal die Lichtverhältnisse gefallen. Die kalte, leicht nebelige Luft hat den Tempel dieses Mal in einer ganz anderen Atmosphäre präsentiert.

Im Licht der kühlen Wintersonne

Im Licht der kühlen Wintersonne

Der Harminder Sahib und seine goldene Kuppel lassen es sich natürlich nicht nehmen, in voller Pracht zu strahlen, sobald die Sonne zum Wettstreit lädt.

Es gab auch ein Wiedersehen mit einem alten „Bekannten“. Der Sikh auf dem folgenden Foto stand mir bereits 2010 Modell. Ob er sich daran auch erinnerte, wage ich zu bezweifeln. Auf jeden Fall aber schaute er dieses Mal besonders verschmitzt. Die Freude war somit auf beiden Seiten 😀

"Mein" Lieblings-Tempelwächter ;)

„Mein“ Lieblings-Tempelwächter 😉

Wer nochmal vergleichen möchte, möge hier klicken: Nicht ganz 16. Jahrhundert

Akhand Path

Jetzt habe ich gerade fünf Minuten eine halbe Ewigkeit überlegt, welch netten Titel ich diesem Beitrag geben könnte. Akhand Path – das sagt doch dem Großteil der Leserschaft hier nichts…
Akhand Path…kann man das essen? Nein, ein weiterer Beitrag über die diversen Leckereien Indiens wird dies nicht ;).

Akhand Path ist ein Begriff aus dem Sikhismus. Es beschreibt das Rezitieren der Guru Granth Sahib (GGS), dem heiligen Buch der Sikh, von Anfang bis Ende. Ohne Pause. Und es sind nicht gerade wenig Seiten. 1430 um genau zu sein. Und wer jetzt denkt, dass es so viele Seiten sind, weil es im kleinen Taschenbuchformatist, dem sei versichert: das Buch ist groß. 😉
Das Ganze dauert gut 48 Stunden.
Abgehalten wird diese Lesung aus unterschiedlichsten Gründen. Sei es zu freudigen Anlässen, wie einer Geburt oder traurigen wie dem Tod. Oder einfach, um sich Gott näher verbunden zu fühlen.

Am 21. Januar fuhren wir zur Gurdwara Talhan Sahib in Jalandhar. Meine Schwägerin, dreifache Mama, hatte seinerzeit versprochen, ein Akhand Path abhalten zu lassen, sollte ihr ein Sohn geboren werden. Dies ist 2008 auch geglückt ;). Zum Akhand Path kam es dennoch bisher nie. Ob nun tiefe Gläubigkeit, Aberglaube oder sonstwas – nachdem es ihr im letzten Jahr gesundheitlich nicht so super ging, war es für sie nun Zeit, ihr Versprechen einzulösen. 

Gesagt. Getan.

So kamen wir dann auch tatsächlich schon fast überpünktlich an. Das Besondere am Akhand Path in der Gurdwara Talhan Sahib ist, dass es von 50 Babajis gelesen wird. Der Einzug dieser und der GGS in den Gebetsraum stand kurz bevor. Herr Mehra und mein Schwager drückten uns auf einmal Gürtel und Brieftasche in die Hand und stellten sich in die Schlange der Helferlein. Ich hab’s nicht sofort geschnallt – aber klar, es sind tierische Produkte und sie waren kurz davor, das heilige Buch selbst in die Hand zu nehmen ;).

Unter andächtigem Gesang (Satnam Waheguru) ging es dann los. Gänsehaut, sag ich euch. Nachdem alle Plätze vorbereitet und die GGS platziert war, wurden erst noch alle Namen vorgelesen, denen das Akhand Path jeweils gewidmet war. Ziemlich weit hinten hieß es dann auch Daskh Mehra :D.

Ein paar Gebete später ging das Rezitieren dann auch schon los.
Wer nun glaubt, wir haben dort 48 Stunden ausgeharrt, der irrt. „Anwesenheitspflicht“ gibt’s zu Beginn und am Ende. Auch wenn ich es durchaus spannend gefunden hätte, aber die Zeit war einfach nicht dafür da.

Zwei Tage später kehrten wir morgens also wieder in die Gurdwara zurück. Es wurden gerade die letzten Seiten verlesen. Anschließend wurden die Bücher mit neuen Decken verhüllt (jede Familie hatte ihren eigenen Babaji, der für sie „zuständig“ war und hatte als Geschenk entsprechend diese Decke zuvor überreicht) und wieder aus dem Gebetsraum getragen. Wieder unter Gesang. Und wieder Gänsehaut. Dieser Grundton des Satnam Waheguru hat’s mir doch irgendwie angetan ;).

Anschließend gab es noch ein Abschlussgebet. Parshad wurde verteilt. Die Teilnehmer erhielten zusätzlich noch eine Art personalisierte Bescheinigung über das Akhand Path. Und dann war es auch schon wieder vorbei.

Wir blieben anschließend noch für das Langar. Ich nutzte die Chance und sah mich auch mal wieder in der kleinen Küche um ;).

Akhand Path – Part 1

Akhand Path – Part 2

Langar

 
Eine kleine Anmerkung noch zur Gurdwara. Ich hab ja immer gedacht, nur in Deutschland haben die Gurdwaras eine Art „Lagerhallen“-Feeling, was dem Umstand geschuldet ist, dass sie oft in Industriegebieten zu finden sind und ehemalige Firmengebäude sind ;). Aber Talhan Sahib hat – zumindest innen – einen ähnlichen Charme versprüht :oops:. Von außen natürlich kein Vergleich!!

Independence Day Cup 2013

Am 15. August gab es nicht nur Kino. Nein, vorher gab es auch noch Sonne satt im Englischen Garten mit einem gepflegten Cricketspiel zur Feier des Indischen Unabhängigkeitstags.

Balls and Bells

Balls and Bells

Bereits zum 12. Mal hatte das Indien Institut München geladen. Sogar die Süddeutsche Zeitung kündigte das Event am Vortag schon an, sodass auch diesmal wieder so einige Zuschauer ihren Weg in’s „Stadion“ fanden.
Wie jedes Jahr spielte eine aus Spielern mehrerer Teams zusammengewürfelte Mannschaft als „Indien Institut Invitational XI“ oder auch „Mustards“ (nein, die Hemden sind nicht einfach nur gelb :roll:) gegen MIC – Munich International Cricketers. Nach einer Pause im letzten Jahr, war Herr Mehra diesmal wieder mit von der Partie (MIC).

Mustards vs Blues

Mustards vs Blues

Den Toss gewannen die Mustards und entschieden sich zuerst zu bowlen. MIC hätte sich im Fall der Fälle laut eigener Aussage wohl aber eh für’s Batting im ersten Innings entschieden.
Bevor es allerdings richtig losgehen konnte, musste erst noch der indische Konsul empfangen werden, es wurden diverse Reden geschwunden und die Mannschaften begrüßt.

Standesgerechte Anfahrt des Konsuls

Standesgerechte Anfahrt des Konsuls

Moin Moin!

Namaste! Satsriakal! Namaskar! Salaam! Hallo!

MIC begann fulminant. Im ersten Over bereits 16 runs. Im zweiten weitere 17. Teilweise mit Hilfe der Mustards, die mit wides und overthrows so einiges verschenkten. Insgesamt legte MIC 172-4 runs vor. Nicht schlecht. Schließlich war der Score in den letzten paar Jahren oft nur um die 120-140 runs. Herr Mehra hat seinen Teil natürlich auch dazu beigetragen. Von Single bis Sixer alles dabei. Die Süddeutsche Zeitung (huiuiui! *stolz jedem den Zeitungsartikel unter die Nase halt*) schreibt dazu:

„Die Munich International Cricketers (MIC), die Gastgeber, beginnen stark. R Mehra pfeffert den Ball aus dem 100 mal 120 Meter großen Feld ins Publikum, einige Zuschauer kippen von ihren Holzbänken.“😀

Four!

Four! Der Sixer folgte anschließend.

Die Mustards versuchten im zweiten Innings alles rauszuholen und wie es sich für ein ordentliches Cricketspiel gehört, fiel die Entscheidung erst mit dem letzten Ball. Es stand 168-5 – ein Sixer und sie hätten das Spiel gewonnen. Haben sie allerdings nicht. 😀 Die MIC gewannen mit 5 runs. Ein durchaus verdienter Sieg.
Glückwunsch!

Siegerehrung der Munich International Cricketers

Siegerehrung der Munich International Cricketers

Noch ein paar Bilderchen:

Chennai Express

Pünktlich zum Indischen Unabhängigkeitstag (und praktischerweise Mariä Himmelfahrt = Feiertag in Teilen Detuschlands) hat Rapid Eye Movies am 15. August  wieder einen Film aus Bollywood in die deutschen Kinos gebracht. Natürlich nicht irgendeinen. Nein – den neusten Shahrukh Khan Film. Chennai Express.

Trailer:

Der Trailer hat mich seinerzeit eher nur mäßig begeistert, bei manch einer überspielten Szene konnte ich nicht so recht hinschauen. Wenn es bei 2 Minuten Vorschau schon so schmerzt, wie sollte es dann erst bei 140 Minuten werden?
Nun, was soll ich sagen? Ich lag teilweise echt am Boden. Nein, nicht, weil ich vor Langeweile vom Sitzt gerutscht bin, sondern tatsächlich vor Lachen. 😆

Aber fangen wir von vorne an:

Rahul, Nordinder, 40, unverheiratet, lebt bei seinen Großeltern (väterlicherseits ;)), nachdem er in jungen Jahren seine Eltern verloren hat. Als sein Opa verstirbt, sieht er für sich die Chance, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Er möchte nicht das Familienunternehmen weiterführen und ein Süßigkeitenverkäufer sein. Seine Oma akzeptiert dies, bittet ihn aber, einen Teil der Asche seines Opas in Rameswaram im Süden des Landes dem Meer zu übergeben. Sie vertraue niemand anderem. Wie ungut, dass Rahul mit seinen zwei besten Kumpels  längst einen Trip nach Goa organisiert hat. Er besteigt zwar einen Zug – den Chennai Express – plant aber schon beim nächsten Halt wieder aus zu steigen und von seinen Freunden aufgelesen zu werden. Goa kann kommen.

Kommt es aber nicht. Wie natürlich nicht anders zu erwarten war.

Nachdem er die Urne seinen Dadajis im Zug vergessen hat, sprintet er nochmals zurück. Als er aussteigen will, sieht er Meena, Südinderin, Mitte 20, unverheiratet, (gespielt von der wunderschönen und talentierten Deepika Padukone) dem Zug nachrennen. Hier beginnt dann der Reigen an Anspielungen, Anlehnungen, Hommagen und Co an alte (vornehmlich, aber nicht ausschließlich) SRK-Filme. Wie schon bei Kajol in Dilwale Dulhania Le Jayenge hilft er ihr, den Zug noch zu erreichen. Die passende Musik wird auch eingespielt.
Soweit so gut, nun kann er ja raus aus dem Zug. Oder? Nein, kann er nicht, drei Herren benötigen auch noch Hilfe und so kommt der Zuschauer erneut in den Genuss, an DDLJ erinnert zu werden. 😆
Was Rahul zu dem Zeitpunkt noch nicht weiß: Meena wird von den drei Herren zurück nach Hause in ihr Dorf (Komban) verschleppt, wo ihr Vater sie verheiraten will. Dies macht sie Rahul aber in einer äußerst amüsanten musikalischen Einlage deutlich. Herrlich. Wer Deepika und SRK singen hören mag (naaaja), der kommt ihr voll auf seine Kosten. 😆

Dies war nur die erste Viertelstunde. Und schon da lag ich am Boden. Der Wortwitz überwiegt, auch die Sprachbarriere zwischen Tamil und Hindi wird auf die Schippe genommen. Wie es sich für einen ordentlichen Masala-Film, deklariert als Liebeskomödie, gehört, bekommt man als Zuschauer auch jede Menge Action, Musik und bunte Bilder geboten.

Letztlich bekommt man einen typischen Shetty-Film aufgetischt. Nun ist nicht jeder ein Fan des Regisseurs Rohit Shetty. Die Komödien Golmal 1-3 strapazietren schon arg manchen Nerv, All The Best vor allem die Augen. Bol Bachchan und Singham waren hingegen äußerst unterhaltsam. Aber vielleicht ist das wie mit dem Tropfen und dem Stein :rolleyes:.

Wie dem auch sei, es gibt genug, worüber man meckern kann:
Über die völlig unnötige Kleinwüchsigen-Szene, ohne die der Film auch ausgekommen wäre.
Oder über den ständigen Vollmond im Hintergrund.
Oder über das teils wirklich schlecht abgestimmte Make-up vom alternden Khan (er spielt einen 40 (vierzig!!!) Jahre alten Mann…im letzten Film war er noch Mitte 20! :shock:).
Oder über den etwas zähen zweiten Part nach der Intermission, in der der Humor ein wenig verloren geht (man wird aber mit reichlich Action und mehr oder weniger Romantik entschädigt).
Oder darüber, dass Meena am Anfang noch nen harten südindischen Akzent in ihrem Hindi hat und den später fast völlig verliert.
Am meisten kann man aber wohl darüber meckern, dass überhaupt nicht rüberkommt, wann/wie/warum sich Rahul in Meena verliebt?!  Er ist schließlich einer dieser Kerle, die nur Spaß wollen (so zumindest die Charakterzeichnung im ersten Teil). Das Ende ist daher etwas mau, es fehlen doch die großen Gefühle. Und ein böser Vater. Oh, was war Amrish Puri für ein Patriarch in DDLJ…aber ich schweife ab.

Man kann das meckern aber auch sein lassen.
Stattdessen kann man (ja, ich) den Film alles in allem gut finden, vom Soundtrack* begeistert sein.
Den Landschaftsaufnahmen nachträumen.
Die Bilder einfach auf sich wirken lassen.
Über die Hindi-Wortwitze schmunzeln.
Über die Gesangseinlagen und die umgetexteten Songs scheckig lachen.

Ja, das kann man – und das mache ich auch.

Chennai Express läuft derzeit deutschlandweit in vielen Kinos. Auf der Seite von Rapid Eye Movies gibt es einen Spielplan, welcher in den nächsten Tagen noch einmal aktualisiert werden soll.

Get on the train, baby! Und schaut euch den Film an!

*Soundtrack:
Mir hat es besonders der Song „Titli“ angetan. Einfach nur schön. Hach!

Allerdings hab ich heute ständig das erste Lied des Films im Ohr: „One Two Three Four (Get on the Dancefloor)“.

Auch die anderen Songs sind wunderbar. Reinhören kann man hier.

Potzblitz!

Für die Reise im Oktober benötigen Frau Mutter und Frau Tante noch ein Touristenvisum. Es ist zwar noch mehr als genug Zeit – aber frei nach dem Motto „Was man hat, das hat man!“ sollten bereits jetzt alle Formalitäten erledigt sein.
Nach einem Kampf ihrerseits durch das Online-Antragsformular der indischen Behörden ging letzte Woche der Brief mit allen benötigten Unterlagen und Zahlungsnachweis nach Berlin. Ich hatte ja seinerzeit, als ich noch ein Visum benötigte, das Glück, das Konsulat in München quasi vor der Haustür zu haben, weshalb eine Bearbeitungszeit von einem, maximal zwei Tagen damals normal erschien. Der Norden Deutschlands muss sich allerdings per Post an die Botschaft in Berlin wenden, bzw an dessen Dienstleister Cox and Kings.

Montag ging also alles per Einschreiben hin. Dienstag dann bereits das erste Lebenszeichen von C&K per Email – die Unterlagen seien angekommen und werden bearbeitet.
Tja, und bereits am Donnerstag klingelte der Postbote zweimal. Einschreiben aus Berlin. Das Visum ist da! 😆

Ich muss sagen, ich war mehr als positiv überrascht und hätte auf Grund des Postwegs allein schon mit einer Bearbeitungszeit von mindestens einer Woche – gerne auch zwei – gerechnet (ausgehend von einer Postsammelstelle und der einmal wöchentlichen Versendung der Pässe).

Nun dann, die Indien-Neulinge können kommen. Muharhar! 😀

Visum da, Flüge gebucht (sie folgen mir eine Woche später) – packt die Koffer und steigert eure Vorfreude auf Hochzeit und Rundreise. 😉