Guṛ, Guṛ, Guṛ

Nein, ich versuche nicht gerade irgendwelche Tauben anzulocken, um sie zu füttern. Wahrscheinlich würde ich den Ton auch gar nicht so recht treffen wie seinerzeit Amrish Puri in „Dilwale Dulhania Le Jayenge“. 😆
Nein, ich rede von Guṛ – aber soweit waren wir ja schon.
Wer oder was ist also dieses Guṛ? Übersetzen kann man es mit Zuckerrohrsirup. Genau genommen handelt es sich aber um den getrockneten Sirup. Und wie es der Name schon verrät, wird dieser aus dem Zuckerrohr gewonnen.
Der Herr im letzten Beitrag (Gesichter Indiens – 2) war gerade dabei, aus zuvor geernteten Zuckerrohrstangen den Saft zu pressen. Dabei hilft ihm eine – in diesem Fall per Motor angetriebene – Presse, die recht effizient auch den letzten Tropfen aus dem Rohr presst. Übrig bleibt eine ganze Menge an zerfransten Stangen, die im besten Fall verfüttert oder einfach nur verworfen werden.
Der gewonnen Saft ist süß. Man kann ihn – gekühlt mit ein paar Eiswürfeln – durchaus trinken. Aber dazu ein anderes Mal mehr 😉 (mhhh, ich könnte eine ganze Abhandlung über den Saft schreiben…aber ein Video wird es dann wohl auch tun 😉
Zurück zum Guṛ.
Der gewonnene Saft wird in einem großen Becken aufgefangen und anschließend in einem weiteren Becken auf bis zu 200°C erhitzt. Der sich dabei bildende Schaum wird abgeschöpft und verworfen (nachdem er auch nochmal ordentlich abgetropft wurde – daher die Säcke an den Stangen über dem kochenden Sirup).
Anschließend wird der eingedickte Saft auf einer großen Holzplatte verteilt. Er soll darauf ein wenig auskühlen. Bevor die Masse komplett eingetrocknet ist, wird sie zu kleinen Klumpen geformt.
Ich konnte direkt ein Stück von der Platte probieren. Nicht, dass ich es mir nicht auch schon vorher gedacht hatte, aber es ist unheimlich heiß. Die Herren arbeiten dabei aber nur mit ihren Händen und einem kleinen Schaber. Entsprechend gezeichnet von der harten Arbeit ist ihre Haut.
Vom frischen Guṛ haben wir auch ein paar Brocken einpacken lassen.
Man nutzt es zum Süßen von Milch und Chai, aber auch in das ein oder andere Gericht kann man es zum Ausgleich von Säure und Schärfe einrühren.
Ich persönlich bin kein großer Fan von dieser Süßungsart. Vielleicht bin ich auch einfach den raffinierten Zucker zu sehr gewöhnt. Aber das Guṛ hat schon einen recht prägnanten Eigengeschmack, was aben an der fehlenden Raffinierung liegt. Guṛ enthält daher deutlich mehr Mineralsalze…und somit ein ganz persönliche Note :roll:.
Umso schöner ist aber der Geruch, der einem bei jeder Motorradfahrt in die Nase steigt 🙂

Im Anschluss ein paar Bilder, die in der Reihenfolge auch der Beschreibung im Text entsprechen.
(zum Vergrößern der Bilder einfach draufklicken, es öffnet sich dann ein „Bilderkarussell“. Die Bildunterschrift erscheint auch direkt, wenn man mit dem Mauszeiger über ein Bild fährt)

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2 Gedanken zu „Guṛ, Guṛ, Guṛ

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