Well done Abba

Well done Abba ist jetzt nicht frisch auf DVD rausgekommen, aber um eine Rezi komm ich grad nicht herum. Ich habe ihn mittlerweile zigmal gesehen und bin immer wieder begeistert, vor allem von Boman Iranis großartigem Schauspiel. Das will ich euch nicht vorenthalten 😉

Arman Ali (Boman Irani) arbeitet als Fahrer in Mumbai. Alamiert von seinem Bruder Rahman Ali (ebenfalls Boman Irani) reist er in sein Dorf, um seine Tochter Muskan (Manissha Lamba) unter die Haube zu kriegen. Kaum angekommen in der Heimat, muss er feststellen, dass es eine enorme Wasserknappheit gibt. Die Lösung des Problems scheint ein Brunnen zu sein. Zu Armans Glück werden derzeit Projekte zum Haus- und Brunnenbau für arme Bürger finanziell von der Regierung unterstützt. Zu Armans Pech ist er ebenso von dieser Regierung abhängig und findet sich bald in einem Labyrinth aus Schmiergeldzahlungen, Dokumentfälschungen und falschen Versprechen wieder.

Ein Satz bringt es dabei auf den Punkt: „Erklär deiner Tochter, wie man mit einem Regierungsbeamten spricht!“ Denn wer dies nicht versteht, hat im System aus Korruption und Vetternwirtschaft sofort verloren. Und so hält jeder der Involvierten fleissig die Hand auf und kassiert enorme „Belohnungen“ für die Vermittlung der finanziellen Unterstützung durch die Regierung. So bleiben von 40.000Rs gerade noch 8.400Rs übrig. Damit lässt sich auch der kleinste Brunnen nicht bauen.
Das Spiel geht somit immer weiter, die Schuldenfalle ist kurz vorm Zuschnappen. Ausser man wüsste sich zu helfen. Und Muskan, Armans Tochter weiß es: der Spieß muss umgedreht werden. Sie haben schließlich alle Dokumente und Fotos, die belegen, dass sie Besitzer eines Brunnens sind, der nicht da ist. Zusammen mit 75 weiteren angeblichen Brunnenbesitzern bringen sie nicht nur die lokale Polizei zur Verzweiflung, sondern auch die Politik.

Man könnte angesichts der aktuellen Ereignisse in Indien behaupten, dass dieser Film seiner Zeit ein wenig voraus war. Als kleine Dorfgeschichte aufgebaut, fand sie aber leider kein großes Publikum. Aber hier wird endlich (wenn sicher auch nicht das erste Mal) der Finger in die Korruptionswunde gelegt und das ganze System ad absurdum geführt. Es macht einfach Spaß zu sehen, wie eine kleine einfache Familie es schafft, alle Beteiligten vorzuführen. Da natürlich keiner sein Gesicht verlieren will (=Korruption zugeben will), schaufelt sich jeder sein eigenes Grab.
Zu Boman sagte ich am Anfang ja bereits, dass er großartig ist. Aber da bin ich als Fan vielleicht auch ein wenig voreingenommen. Manissha Lamba, der ich eigentlich nicht allzu viel abgewinnen kann, passt gut in die Rolle der aufmüpfigen und schlauen Tochter – auch wenn ich sie ein wenig zu alt für die Rolle finde. Die Nebendarsteller machen durch die Reihe weg ihr Arbeit super. Zusammen mit der ruralen Kulisse bietet sich ein Bild, dass der ein oder andere in Indien so auch schon selbst erlebt hat.

Der Film stellt wahrlich keine Lösung für das größte Problem Indiens dar. Aber er macht Mut, sich einfach mal zu wehren. Denn aal izz well am Ende. 😀


Well done Abba

Indien 2010
135min

Boman Irani
Manissha Lamba
Sammir Dattani
u.a.

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